Bericht: Berliner Methodentreffen 2016

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Hörsaal der Freien Universität mit Symposium zum Berliner Methodentreffen 2016
Berliner Methodentreffen 2016
Praktikum

Das Berliner Methodentreffen (BMT) ist mittlerweile eine Institution in Berlin: Schon zum zwölften Mal jährte sich das Treffen für qualitative Forscher aus ganz Deutschland, ausgerichtet an der Freien Universität Berlin und durchgeführt von Günter Mey und Katja Mruck. Schon im Vorfeld war der Andrang groß: Mehr als tausend angehende oder renommierte Forscherinnen und Forscher hatten sich angemeldet, Platz war allerdings nur für die ersten 450. Auch die Wahl der zwei Workshops, an denen man teilnehmen möchte, fällt bei so einer Auswahl wirklich schwer: Von der qualitativen Inhaltsanalyse war über Softwareworkshops zur Datenauswertung bis hin zur wissenssoziologischen Hermeneutik aus vielen Bereichen der Methodenlehre etwas zu finden, angeboten von den Größen der Qualitativen Forschung.

Die Teilnehmer

Die Teilnehmer des BMT waren zu großem Teil DoktorandInnen, die für ihre Arbeit gerade irgendwo zwischen Exposé und Abgabe standen und sich Unterstützung oder Klarheit bei ihrem Forschungsvorhaben suchten. Natürlich waren auch viele andere Forschende aus dem Bereich der qualitativen Forschung aus ganz Deutschland angereist, um zu netzwerken, sich inspirieren zu lassen oder ihr Wissen zu teilen.

Vortrag von Margit Schreier

Das BMT 2016 begann mit einem spannenden Vortrag von Margrit Schreier, die sich mit Arts-based/Arts-informed Research und Emergent sowie Mixed Methods auseinandergesetzt hatte. Ihre Zuhörer nahmen aus diesem Vortrag und der anschließenden Diskussion viele spannende Impusle mit. Zusätzlich bestärkte sie auch die Answesenden, sich mit neuen Methoden und Perspektiven für (qualitative) Forschung auseinanderzusetzen. Im Anschluss fanden die Workshops statt, zwischendurch konnte man die Poster mit aktuellen Forschungsfragen und -vorhaben betrachten oder sich an den Ständen im Foyer zu gängigen sowie unkonventionellen Analysesoftwareprogrammen informieren. Der Tag klang dann bei einem „Meet the Editor“ und einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Galileo aus.

Symposium: Quo vadis, qualitative Forschung?

Am Samstag begann die Veranstaltung mit einem Symposium zur Frage, ob qualitative Forschung nach 30 Jahren noch weiß, was sie tut. Hierbei wurde zum Beispiel die Idee diskutiert, qualitative Forschung grundsätzlich als kommunikativen Prozess zu verstehen, oder auch der Wunsch, junge Studierende nicht an Arbeitsschritte einer bestimmten Methode, sondern an eine bestimmte Haltung heranzuführen. Teilnehmer des Symposiums waren Stephanie Bethmann, Uwe Krähnke, Andrea Ploder und Jo Reichertz, während Günter Mey moderierte.

Nach den sehr vielfältigen Workshops des ersten Tages fanden die Workshops des zweiten Tages genauso erfolgreich statt, in insgesamt 40 Zusammenkünften wurde gelehrt, gelernt, diskutiert und reflektiert. Abgeschlossen wurde das Berliner Methodentreffen durch einen Vortrag von Michaela Pfadenhauer über das Grenzgängertum der qualitativen Forschung, insbesondere der Ethnographie.

Fazit

Fazit: Das BMT 2016 war wie die Jahre zuvor ein voller Erfolg mit spannenden Workshops und Vorträgen sowie Diskussionen und Anregungen. Besonders DoktorandInnen auf dem Weg zu ihrer Promotion können von dem vielfältigen Angebot der Workshops profitieren — aber auch jeder andere, der in der qualitativen Forschung unterwegs ist, kann hier wunderbar netzwerken, neue Forschungsvorhaben besprechen oder einen Überblick bekommen, welche Fortschritte die qualitative Forschung derzeit macht.

Links

Weitere Informationen: http://www.qualitative-forschung.de/methodentreffen/
Impressionen: http://bmt16.tweetwally.com/