Karriere in der Forschung

Ein Großteil der AbsolventInnen der Psychologie wird nach dem Studium im klinischen Bereich tätig sein. Aber auch im Bereich Wissenschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten, psychologisch zu arbeiten.

Promotion – die Grundlage einer wissenschaftlichen  Karriere

Wer eine Karriere in der Wissenschaft anstrebt, beginnt seinen Werdegang mit einer Promotion. Grundvoraussetzung für eine Promotion ist dabei i.d.R. ein Master- oder Diplomabschluss. Die Dauer der Promotion variiert stark, oft dauert sie ca. 2.5–4 Jahre.

Aufgrund einer wissenschaftlich beachtlichen Promotionsleistung kann der akademische Grad „Doktor der Philosophie“ bzw. der akademische Grad „Doktor der Naturwissenschaften“  verliehen werden. Durch die Promotion soll der/die PromovendIn die Befähigung zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit nachweisen. Welcher der beiden Grade verliehen wird, hängt von der Themenstellung der Dissertation und den dort verwendeten Methoden ab. Hierüber entscheidet der Promotionsausschuss, nach Antrag des/r BewerberIn und Stellungnahme des Promotionskomitees.

Ablauf einer Promotionen

  1. Geeigneter Studienabschluss (in der Regel gutes bis sehr gutes Examen),
  2. Gegebenenfalls weitere Qualifikationsvoraussetzungen, zum Beispiel Seminarscheine, Sprachnachweise, etc.
  3. Wahl eines Betreuenden (i. d. R. Prof.),
  4. Anmeldung des Promotionsvorhabens beim Promotionsausschuss,
  5. Annahme als PromotionsstudentIn,
  6. Anfertigung der Dissertation.

Unterschiedliche Formen von Promotionen

Wenn du dich zu einer Promotion entscheidest, gibt es verschiedene Möglichkeiten zu deinem Ziel zu gelangen:

  •  Individualpromotion
  • Strukturierte Promotion
  • Kumulative Promotion

Die Individualpromotion gilt häufig als klassischer Weg zum Doktortitel . Individuell promovieren bedeutet, sich eigenständig eine/n BetreuerIn sowie ein Thema zu suchen und ohne in ein inhaltliches und organisatorisches Promotionsprogramm eingebunden zu sein, zu forschen und an der Dissertation zu arbeiten. Dabei gibt es hier auch verschiedene Möglichkeiten: Du kannst als wissenschaftliche/r MitarbeiterIn an einer Hochschule angestellt sein – entweder in Form einer Planstelle oder finanziert über Drittmittelprojekte. Du arbeitest an einem oder mehreren Forschungsprojekten mit und kannst „nebenbei“ deine Promotion schreiben. Es besteht auch die Möglichkeit, an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung – wie beispielsweise dem MPI – angestellt zu sein und hier zu promovieren. Die dritte Möglichkeit ist eine freie Promotion. Du bist eingeschrieben als Promotionsstudentin. Finanzieren kannst du dich hier über ein Promotionsstipendium.

Eine Alternative ist die strukturierte Promotion. Hier bist du teil eines Doktorandenprogramms und bekommst eine systematische Betreuung.Vorbild hierfür sind Promotionsstudiengänge aus dem anglo-amerikanischen Raum.

Die kumulative Promotion bezeichnet eine Art der Dissertation, die durch mehrere Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zur Promotion führt.

Promotion schon direkt nach dem Bachelor?

Nach und nach ermöglichen immer mehr Universitäten eine Promotion direkt nach dem Bachelor.  Allerdings sind die Hürden meist recht hoch. Es werden exzellente Noten gefordert und natürlich muss auch hier ein Doktorvater/ eine Doktormutter gefunden werden, die das Vorhaben unterstützt. An der Universität Jena wird beispielsweise ein Bachelorabschluss mit einer Note von mindestens 1,2 als Minimalvoraussetzung gefordert.

Die Universtität Gießen bietet ein Vorpromotions-Programm „PreProPsych im Fach Psychologie an. Das PreProPsych-Programm beinhaltet die verpflichtende Teilnahme an Lehrveranstaltungen des Masterstudiengangs und solchen, die Äquivalenz zu den Pflichtveranstaltungen des Master-Studienganges Psychologie besitzen, bei gleichzeitiger Einbeziehung in die wissenschaftlichen Tätigkeiten einer ausgewählten Arbeitsgruppe.

Promotion fertig – und dann?

Wenn du deine Promotion abgeschlossen hast und gerne auch weiterhin in der Forschung tätig sein möchtest, beginnt die Postdoc-Phase, also die Phase zwischen Promotion und einer möglichen Professur.  Die Anstellung umfasst in der Regel einen Zeitraum von 6 Monaten bis zu 5 Jahren (typisch sind 2 Jahre). Häufig sind Postdocs in Drittmittelnprojekten mit zeitlicher Befristung angestellt oder erhalten spezielle Stipendien.

 

 

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