Open Access – Chancen und Herausforderungen

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Praktikum

Wer schon einmal eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat, kennt wahrscheinlich folgende Situation: Bei der Literatursuche stößt man auf einen Abstract zu einer Studie in der genau die theoretische Grundlage, das Forschungsergebnis oder der Fragebogen genutzt wird, der dringend für die eigene Arbeit benötigt wird. Nach ein paar Klicks stellt sich allerdings heraus, dass man weder öffentlich noch über die Universität Zugriff auf den Artikel hat, da ein Abonnement für das Fachjournal fehlt – man stößt auf eine sogenannte Paywall.

Mit diesen Bezahlschranken kann man auf unterschiedliche Art und Weise umgehen.

Option 1: Man kann den Betrag selbst zahlen. Das ist jedoch oft nicht tragbar für ForscherInnen oder Studierende, da einzelne Artikel für Privatpersonen schon über 40€ kosten können.

Option 2: Man kann die AutorInnen des Artikels direkt kontaktieren und nach einer Kopie fragen. Diese Option ist sehr beliebt, da viele AutorInnen ihre Arbeit gerne KollegInnen und Studierenden umsonst zur Verfügung stellen. Allerdings ist diese Methode natürlich umständlicher und zeitaufwändiger als ein direkter Zugang. Zudem besitzen einige AutorInnen nichtmehr das Copyright für ihre eigenen Artikel und können diese daher nicht legal zur Verfügung stellen.

Option 3: Den Artikel über Dritte, die über ihre Institution zugangsberechtigt sind, oder über kostenfreie Online-Portale beziehen. Diese Methode wird zunehmend von WissenschaftlerInnen und Studierenden genutzt (Bohannon, 2016), umgeht allerdings geltendes Copyright und ist somit illegal.

Oft bleibt WissenschaftlerInnen also nichts Anderes übrig als auf Ressourcen zu verzichten die sie gern nutzen würden. Dieser Zustand ist keine kleine Unannehmlichkeit, sondern hat sich über die letzten Jahre zu einem echten Problem für die Wissenschaft entwickelt. In einer Studie über akademische Arbeitsbedingungen in Großbritannien gaben zum Beispiel 60% der befragten ForscherInnen an, mindestens einmal im Monat keinen Zugang zu gewünschten Ressourcen zu haben. Über 40% sagten aus, mindestens einmal pro Woche keinen Zugang zu haben und 80% aller Befragten führten an, dass Zugangsbeschränkungen die Qualität ihrer Arbeit beeinflussen. Knapp 18% gaben an, dass Zugangsbeschränkungen ihre Arbeit massiv beeinträchtigen (Brine, 2010).

Noch schlechter ist der Zugang allerdings für Privatpersonen, die nicht mit einer Bildungsinstitution affiliiert sind. Sie haben oft gar keinen Zugang zu Forschungsergebnissen, die von großen Verlagen veröffentlicht wurden, obwohl diese oftmals durch öffentliche Mittel finanziert wurden.

Limitierter Zugang zu Forschungsergebnissen ist also aus mindestens drei Perspektiven gesellschaftlich relevant (Suber, 2012). Zum einen werden ForscherInnen in ihrer Arbeit eingeschränkt, da ihnen oft Zugang zu benötigten Ressourcen versagt bleibt. Damit behindern Zugangsbeschränkungen aktiv den wissenschaftlichen Fortschritt. Zum anderen hat Fachpersonal außerhalb der Forschung oft keinen Zugang zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, was die Umsetzung von theoretischem Wissen in die Praxis erschwert und verlangsamt. Somit behindern Zugangsbeschränkungen nicht nur den wissenschaftlichen, sondern auch den gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt. Letztlich können BürgerInnen ohne Zugang zu Forschungsergebnissen auch nicht bewerten, ob ihre Steuergelder sinnvoll verwendet werden. Damit unterminieren Zugangsbeschränkungen auch den demokratischen Charakter der Wissenschaft (Fausto-Sterling, 2014).

 

Beispiel einer Paywall (Screenshot: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352250X17300131)

 

Das aktuelle Publikationssystem

In Anbetracht der aktuellen Situation stellt sich die Frage, warum wir ein Publikationssystem betreiben, welches Forschungsergebnisse nicht frei zugänglich macht. Um diese Frage zu beantworten ist es allerdings zunächst nötig zu verstehen, wie das aktuelle System aufgebaut ist und in welchem Kontext es sich entwickelt hat.

Trotz eines immensen Wachstums von wissenschaftlichen Publikationen in den letzten Jahrzehnten (Björk, Roos & Lauri, 2009; Jinha, 2010 in Nosek & Bar-Anan, 2012) ist unser aktuelles Publikationssystem sehr lange weitestgehend unverändert geblieben. Wissenschaftliche Forschung wird zu einem Großteil durch Steuergelder finanziert (Suber, 2012; European University Association, 2016). WissenschaftlerInnen führen mit diesen Geldern Studien durch, fassen ihre Ergebnisse in Manuskripten zusammen und senden diese an EditorInnen von Fachjournalen. EditorInnen leiten das Manuskript an (typischerweise 3-5) ExpertInnen auf dem jeweiligen Fachgebiet weiter, die es kritisch bewerten. EditorInnen und ReviewerInnen werden meist gar nicht (oder kaum) für diese Arbeit bezahlt, sondern üben sie freiwillig als Dienst an der Wissenschaft aus (Nosek & Bar-Anan, 2012, Suber, 2012). Je nach Qualität des Manuskripts wird es entweder abgelehnt, akzeptiert oder Feedback für Verbesserungen gegeben, damit es erneut eingereicht werden kann.

Falls das Manuskript akzeptiert wurde, wird das Layout festgelegt, das Copyright geht an den Verlag über und der Artikel wird in einer zukünftigen Ausgabe des Fachjournals veröffentlicht. Für den Zugang verlangt der Verlag dann typischerweise ein kostenpflichtiges Abonnement oder eine einmalige Gebühr. Konkret vermarktet ein Verlag also ein Manuskript, das meist durch Steuergelder finanziert, von ExpertInnen kostenfrei geprüft, und ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

 

Schematische Darstellung des Publikationsprozesses.

 

 

Im historischen Kontext war solch ein System durchaus sinnvoll (die ersten Fachjournale erschienen bereits 1655). Früher war die Verbreitung von wissenschaftlichen Ergebnissen mit enormen finanziellen Risiken verbunden und erforderte Expertise in Drucktechnik und Logistik, die oft nicht von den Universitäten gewährleistet werden konnte. Verlage leisteten also einen unersetzlichen Beitrag zur Verbreitung von Wissen. Die Gesellschaft und die Wissenschaft profitierten durch den verbesserten Zugang zu Wissen, und die Verlage profitierten durch adäquate Gewinnspannen.

Mit der zunehmenden Digitalisierung von Printmedien und der Möglichkeit zur digitalen Verbreitung durch das Internet hat sich dieses Gleichgewicht allerdings extrem zugunsten der Verlage verschoben. Ein digitales Manuskript lässt sich heutzutage mit minimalem technischen Aufwand beliebig oft kopieren und weltweit verbreiten; das finanzielle Risiko ist dadurch sehr gering (Suber, 2012). Man sollte also meinen, dass durch fortschreitende Digitalisierung der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen wesentlich einfacher und vor allem günstiger geworden sein müsste. Leider ist das Gegenteil der Fall.

Trotz des immer kleiner werdenden Beitrages der Verlage zum fertigen Produkt sind Preise für Abonnements von Fachjournalen in den vorangehenden Jahren nicht etwa stagniert oder gesunken, sondern konstant gestiegen. Aus einer Stichprobe von 138 Fachjournalen für Psychologie ging beispielsweise hervor, dass zwischen 1984 und 2005 etwa 88% der Fachjournale (inflationsbereinigt) teurer geworden sind – durchschnittlich um 9.1% pro Jahr (Dingley, 2005). Die Durchschnittskosten für ein Abonnement für ein einzelnes Journal im Fachbereich Psychologie betrugen 2013 beispielsweise etwa 820€ pro Jahr. Für einige Journale mit hohem Prestige allerdings sogar über 13.000€ (Bergstrom & McAfee, 2013). In anderen Disziplinen können einige Journale sogar über 35.000€ pro Jahr kosten (Sample, 2012).

Wenn man bedenkt, dass Universitäten und Bibliotheken oft Abonnements für hunderte von Journalen pro Fakultät benötigen, wird schnell klar, dass die Kosten für den Zugang zu Wissen enorm sind. In einer Studie unter 4.261 Forschungsinstitutionen aus den USA in 2012 ging etwa hervor, dass die Bibliotheken der 25 bestbewerteten Universitäten jeweils über 10 Millionen Dollar jährlich für fortlaufende Abonnements von Fachjournalen ausgeben. Harvard investierte als Spitzenreiter sogar über 16 Millionen Dollar (National Center for Education Statistics, 2014).

Diese Preiserhöhungen waren keinesfalls notwendig, sondern dienten lediglich der Gewinnmaximierung (Suber, 2012). Beispielsweise bestätigte eine Profitabilitätsanalyse der Deutschen Bank (2005), dass der Verlag Reed-Elsevier, und damit wahrscheinlich auch die anderen großen Verlage (Springer, Wiley-Blackwell, Taylor & Francis, Sage), mit Gewinnspannen von bis zu 40% agieren (The Economist, 2011). Zum Vergleich: Diese Gewinnspanne ist acht Mal so groß wie in der Schwerindustrie, und größer als die von Exxon Mobile (McGuigan & Russell, 2008 in Suber, 2012). Alles in allem machen Verlage also Milliardenumsätze mit riesigen Gewinnspannen (The Economist, 2011; Deutsche Bank, 2005), durch Produkte die größtenteils von Steuergeldern finanziert, von unbezahlten ExpertInnen geprüft, und ihnen umsonst zur Verfügung gestellt werden.

Aber Kritik am Vorgehen der großen Verlage beschränkt sich nicht nur auf ihre Preispolitik, die in immer kleinerer Relation zum geleisteten Beitrag steht. Auch zwei andere Maßnahmen, die ergriffen wurden um Gewinne zu maximieren, stehen in der Kritik.

Einerseits wurden über lange Zeit sogenannte Bundle Deals angeboten (Suber, 2012). Diese Angebote bedeuten, dass bestimmte essentielle Journale ausschließlich als Gesamtpaket mit anderen, weniger gefragten, Journalen abonniert werden können. Für Institutionen bedeutet dies, dass man auch selten genutzte Journale abonnieren muss, um den Zugang zu zwingend notwendigen Journalen zu erhalten.

Des Weiteren beinhalten viele Verträge mit Bildungsinstitutionen sogenannte Non-disclosure agreements. Diese Vertragsklauseln verbieten die Veröffentlichung der Kosten für Abonnements der jeweiligen Institutionen. Konkret können sich Universitäten und Bibliotheken also oft nicht gegenseitig informieren, welche Preise sie für ein bestimmtes Bundle oder einzelnes Abonnement zahlen. Dies ermöglicht den Verlagen, Universitäten dasselbe Angebot zu unterschiedlichen Konditionen zu unterbreiten, und damit individuelle Maximalpreise auszuhandeln. Eine wohlhabende Universität zahlt also mitunter mehr Geld für dasselbe Produkt als eine weniger wohlhabende (Suber, 2012).

Die „Serials Crisis“

Die Folgen dieser Entwicklungen, auch bekannt als Serials Crisis, sind verheerend für den Wissenschaftsbetrieb. Für viele Institutionen ist es schlichtweg nicht möglich die Preise großer Verlage weiterhin zu zahlen. Selbst extrem wohlhabende Einrichtungen verspüren einen immer größeren Druck. So hat Harvard beispielsweise 2012 erstmals Abonnements kündigen müssen, weil sie finanziell nicht mehr tragbar waren (Sample, 2012). Anstatt also von den Möglichkeiten der Digitalisierung und des Internets zu profitieren, haben Wissenschaft und Öffentlichkeit nun oft schlechteren Zugang als zuvor, während Verlage exorbitante Gewinne verbuchen.

Eine weitere Konsequenz des aktuellen Systems ist die resultierende problematische Verteilung von Wissen. Während viele Einrichtungen der westlichen Welt noch annehmbaren Zugang zu Fachjournalen haben, ist der Zugang in Schwellen- und Entwicklungsländern wesentlich schlechter. Während Harvard beispielsweise Zugang zu über 100.000 verschiedenen Journalen hat, verfügt die größte Bibliothek in Indien nur über Zugang zu etwa 10.000 – manche Institutionen in Afrika haben sogar gar keinen Zugang zu kostenpflichtigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen (Suber, 2012).

Letztendlich haben aber nicht nur Bildungsinstitutionen, sondern auch BürgerInnen außerhalb der Forschung keinen freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, obwohl ein Großteil der wissenschaftlichen Forschung von ihren Steuergeldern finanziert wird. Dies verlangsamt einerseits die Verbreitung der neuesten Forschungsergebnisse in der Praxis und stellt andererseits den demokratischen Charakter der Wissenschaft in Frage, da die Öffentlichkeit nicht bewerten kann, ob ihre Steuergelder sinnvoll genutzt werden (Fausto-Sterling, 2014).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unser aktuelles Publikationssystem auf Kosten des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts auf Gewinnmaximierung für Verlage ausgelegt ist, zu einer problematischen Verteilung von Wissen führt, und den demokratischen Charakter der Wissenschaft unterminiert.

Widerstand gegen das aktuelle System

Aus oben genannten Gründen haben viele WissenschaftlerInnen und AktivistInnen auf die „Serials Crisis“ mit verschiedenen Arten von Protest reagiert. Manche haben auf Publisher eingewirkt, indem sie aufhören umsonst als ReviewerInnen und EditorInnen zu arbeiten.  Im Projekt „The Cost of Knowledge“ zum Beispiel, können sich ForscherInnen öffentlich dazu verpflichten nicht mehr in Journalen des Verlags Reed-Elsevier zu veröffentlichen, als ReviewerInnen zur Verfügung zu stehen oder editoriale Aufgaben zu übernehmen. Bis jetzt haben über 16.000 WissenschaftlicherInnen aus aller Welt das Projekt unterstützt, darunter aber nur knapp über 500 im Fach „Psychologie“. Andere WissenschaftlerInnen und AktivistInnen ergreifen sogar noch drastischere Methoden des Protests.

Der Programmierer Aaron Swartz  gründete durch sein Guerilla Open Access Manifest zum Beispiel eine Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat (wissenschaftliche) Informationen für jeden frei verfügbar zu machen. So veröffentlichte Swartz 2008 über 20 Millionen Seiten von probeweise öffentlich zugänglichen Gerichtsdokumenten. Im Jahr 2010 platzierte Swartz im Keller des MIT einen Laptop, der ihm durch ein selbstgeschriebenes Programm Zugang zum universitären Netzwerk verschaffte und ca. 4.8 Millionen kostenpflichtige Artikel des Archives JSTOR herunterlud. Nachdem Swartz beim Wechseln der Festplatten verhaftet wurde (Swartz stand unter Beobachtung des FBI), klagte ihn die Staatsanwaltschaft 2011 wegen Einbruchs, Computerkriminalität und schwerem Diebstahl an. Bis heute wird spekuliert, dass die Staatsanwaltschaft an Swartz ein Exempel statuieren wollte und deshalb mit besonderer Härte durchgriff. Im Falle einer Verurteilung drohten Swartz bis zu 35 Jahre Gefängnis und eine Millionen Dollar Geldstrafe. Swartz, der bereits vorher jahrelang an Depressionen litt, erhängte sich daraufhin im Januar 2013.

Dem Guerilla Open Access Ansatz folgend stellte auch die kasachische Wissenschaftlerin Alexandra Elbakyan mit ihrem Dienst Sci-Hub bereits 2011 ein Portal zur Verfügung, welches Paywalls umgeht und kostenfreien und anonymen Zugang zu Fachartikeln bereitstellt. Dabei nutzt das System  bestehende Zugänge von MitarbeiterInnen von Universitäten, um angeforderte Artikel aus kostenpflichtigen Archiven herunterzuladen und sie dann öffentlich zugänglich zu machen. Momentan bietet Sci-Hub NutzerInnen anonym Zugang zu über 48 Millionen eigentlich kostenpflichtigen wissenschaftlichen Artikeln an. Trotz der Illegalität dieses Modells wird der Service von einer wachsenden Anzahl von WissenschaftlerInnen und Studierenden genutzt, meist weil ihre Institutionen sich legalen Zugang nicht leisten können (Bohannon, 2016). Die Website wurde deshalb 2015 vom Verlag Reed-Elsevier angezeigt und von einem New Yorker Gericht wegen Verletzung des Copyrights schuldig gesprochen. Trotzdem bleibt Sci-Hub weiterhin online, da sich die Server des Dienstes in Russland befinden, wo das amerikanische Urteil keine Gültigkeit besitzt (Bohannon, 2016).

 

Die Grundgedanken von Scihub (Screenshot: www.sci-hub.cc)

 

Diese weitestgehend symbolischen (The Cost Of Knowledge) oder illegalen (Swartz, Elbakyan) Formen des Protests gegen das aktuelle Publikationssystem und seine Folgen gehen das Problem allerdings nicht an seiner Wurzel an. Trotz Protest haben große Verlage immer noch genug EditorInnen und ReviewerInnen, um ihr aktuelles System aufrecht zu erhalten. Guerilla Open Access Initiativen wie Sci-Hub bekämpfen zwar das Symptom der Problematik, allerdings ist es fragwürdig ob diese Initiativen (abgesehen von ihrer Illegalität)  auf Dauer ohne rechtliche Grundlage Zugang garantieren können.

Aus diesen Gründen ist die wohl weit verbreiteste Form des Protests der von einer breiten Masse von WissenschaftlerInnen und BibliothekarInnen geforderte systematische und gesetzmäßige Wechsel zu Open Access als Standard für wissenschaftliche Publikationen (Suber, 2012; Nosek & Bar-Anan, 2012).

Open Access

Open Access bezeichnet weitestgehend den freien Zugang zu Informationen. Im Hinblick auf wissenschaftliche Publikationen wird jedoch oft zwischen zwei unterschiedlichen praktischen Ansätzen unterschieden: Gold Open Access und Green Open Access (Suber, 2012).

 

Logo der Open Access Bewegung

Gold Open Access

Beim Gold Open Access Ansatz werden Manuskripte weiterhin von EditorInnen und ReviewerInnen kostenlos geprüft und bei ausreichender Qualität im jeweiligen Fachjournal veröffentlicht. Der gravierende Unterschied zum heutigen System besteht darin, dass jede/r Interessierte kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen hätte.

Ein Beispiel für ein Gold Open Access Journal bietet PLoS One. Die 2006 gegründete Organisation veröffentlicht wissenschaftliche Forschung kostenfrei, aber trotzdem mit ähnlichen Peer-Review Standards wie große Verlage. Da aber auch PLoS One kostendeckend arbeiten muss, werden die Kosten für digitale Infrastruktur und Organisation nicht vom Endnutzer getragen, sondern in Form einer „Publication Fee“ (umgerechnet etwa zwischen 1300€ und 2600€ pro Artikel) von den Autoren getragen.

Die Vorteile eines solchen Systems liegen auf der Hand. ForscherInnen erhielten wesentlich verbesserten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, unabhängig vom Reichtum ihrer Institution. Forschung würde effizienter und könnte sowohl in Qualität als auch in Quantität zunehmen. Des Weiteren hätten Fachpersonal und interessierte BürgerInnen endlich Zugang zu den Forschungsergebnissen, die sie über ihre Steuern mitfinanzieren. Damit könnte sich Wissen schneller in der Praxis etablieren und der demokratische Charakter der Wissenschaft wäre wiederhergestellt (Suber, 2012; Fausto-Sterling, 2014).

Allerdings gibt es auch einige potentielle Nachteile in diesem System. Zu allererst wäre da die Publikationsgebühr. Viele KritikerInnen argumentieren zum einen, dass eine solche Gebühr für die meisten AutorInnen nicht bezahlbar sei, und zum anderen, dass es einem System gleichkäme, in dem Veröffentlichungen käuflich seien.

In der Praxis werden Publikationsgebühren allerdings fast immer durch Dritt- oder universitäre Haushaltsmitteln gedeckt. Es muss also fast kein/e AutorIn die Publikationsgebühr selbst zahlen. Und selbst wenn ein/e AutorIn die Gebühr selbst tragen müsste, bietet PLoS One eine Reihe an Finanzierungshilfen bis hin zum kompletten Kostenwegfall in Sonderfällen an. So behauptet die Organisation auf ihrer Website: „PLOS believes that lack of funds should not be a barrier to Open Access publication. [An] authors’ ability to pay publication fees will never be a consideration in the decision whether to publish. “

Zum Vorwurf der Käuflichkeit lässt sich anführen, dass PLoS One zwar kostendeckend, aber nicht primär gewinnorientiert arbeitet. Zwar generiert auch PLoS One seit 2012 Gewinne, diese sind aber nicht zu vergleichen mit den Gewinnspannen kommerzieller Verlage. Außerdem sollen Überschüsse dafür genutzt werden digitale Infrastruktur auszubauen, Publikationsgebühren zu senken, und neue Konzepte für digitales Feedback und Review zu erproben (Van Noorden, 2013). Des Weiteren obliegt die Qualitätskontrolle weiterhin ExpertInnen im jeweiligen Fachgebiet, die ihre Expertise pro bono zur Verfügung stellen. Daher haben sie auch im Gold Open Access keinen Anreiz ungenügende Arbeiten zu akzeptieren.

Ausschnitt eines Manuskripts, das von einem predatory Journal gegen Gebühr zur Veröffentlichung akzeptiert wurde (Screenshot: http://www.scs.stanford.edu/~dm/home/papers/remove.pdf).

 

Es sollte allerdings erwähnt werden, dass nicht jedes Journal, das auf Publikationsgebühren setzt, auch ein strenges und unabhängiges Peer-Review durchführt. Bereits heute gibt es eine Fülle von sogenannten predatory journals, die alles gegen eine entsprechende Gebühr veröffentlichen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10% aller Journale mit Publikationsgebühr in diese Kategorie fallen (Butler, 2013). Und auch wenn es bei respektablen Organisationen wie PLoS keine finanziellen Anreize zum laxen Peer-Review gibt, gab es doch Fälle, die an der Qualität des aktuellen Reviews zweifeln lassen. So kam beispielsweise ein 2016 in PLoS One veröffentlichter Artikel (Liu, Xiong, Xiong & Huang, 2016) zu dem Schluss, dass die Komplexität der menschlichen Hand auf intelligentes Design rückschließen lasse. Auch wenn nichts darauf hinweist, dass dieser Fauxpas auf systematische Fehler im Konzept von Gold Open Access zurückzuführen ist, unterminieren solche Fälle dennoch die Reputation des größten Vorreiters von Gold Open Access.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gold Open Access eine praktikable Alternative ist, um aktuelle Probleme des Publikationssystemes zu adressieren. Allerdings gibt es auch hier bereits einige Journale die Publikationsgebühren zur Gewinnmaximierung nutzen (Butler, 2013). Bei der Auswahl von Gold Open Access Journals als Quelle oder zur Publikation ist demnach weiterhin Vorsicht geboten.

Green Open Access

Beim Green Open Access Ansatz werden Manuskripte weiterhin bei kommerziellen Verlagen zur Veröffentlichung eingereicht. Diese verfolgen weiterhin den aktuellen Ansatz und verlangen für Zugang zu dem Artikel eine einmalige Gebühr oder ein Abonnement. Im Gegensatz zum aktuellen System erhalten die Verlage allerdings nicht das alleinige Copyright, sondern nur das Copyright für die Version mit ihrem eigenen Layout. Die Autoren können daher weiterhin ihre unformatierten Manuskripte in Online-Archiven legal frei zur Verfügung stellen. Ein Beispiel für ein solches System bietet die naturwissenschaftliche Plattform ArXiv, die Manuskripte aus den Bereichen Physik, Mathematik, Informatik, Statistik, Finanzmathematik und Biologie kostenfrei zur Verfügung stellt.

Die Vorteile dieses Systems sind ähnlich wie beim Gold Open Access Ansatz. Hinzu kommt allerdings, dass bestehende Strukturen nicht weitestgehend aufgelöst werden müssten, sondern erhalten bleiben könnten. Allein eine Änderung der Copyright-Vertragsklauseln (Suber, 2012) würde ausreichen, um ein kommerzielles Journal in eines umzuformen, das Green Open Access unterstützt. Jede Privatperson und Institution könnte so selbst entscheiden, ob sie lieber kostenlos auf das unformatierte Manuskript zugreift oder weiterhin für die formatierte Version zu zahlen bereit ist. Green Open Access würde so das Monopol der großen Verlage aufheben. Verlage könnten so nur noch den Aufpreis verlangen, den Institutionen und Privatpersonen für den von Verlagen geleisteten Beitrag (das Layout) zu zahlen bereit sind. Dies würde wahrscheinlich auch zu erheblichen Preissenkungen für formatierte wissenschaftliche Arbeiten führen (Suber, 2012).

Allerdings gibt es auch im Green Open Access Ansatz potentielle Nachteile. Zum einen wäre da die fehlende Garantie des Peer-Review. Bei kostenpflichtigen Journalen kann man relativ sicher sein, dass wissenschaftlichen Standards eingehalten werden. Bei einem Manuskript, das man online in einem Archiv findet, ist dies nicht unbedingt der Fall. Oft ist es bei Manuskripten aus freien online Archiven nötig nachzuprüfen, ob ein Manuskript auch in einer formatierten Version veröffentlicht wurde und ein adäquates Peer-Review durchlaufen hat. Diese Prüfung kann umständlich und zeitaufwändig sein.

Ein weiterer potentieller Nachteil ist, dass man kommerziellen Verlagen weiterhin eine Plattform böte, um mit fragwürdigen Geschäftsmodellen Gewinne zu maximieren. So hat sich der Verlag Reed-Elsevier jüngst den Prozess des Online-Peer-Review in den USA patentieren lassen (Harmon & Nazer, 2016). Was genau der Verlag mit diesem Patent vorhat ist zurzeit noch unklar, dürfte auf Basis vergangenen Verhaltens jedoch kaum im Sinne der Öffentlichkeit und der Wissenschaft, sondern eher im Interesse ihrer Bilanzen sein.

Hinzu kommt, dass die freie Verbreitung von Wissen im Gegensatz zu Gold Open Access im Green Open Access System nicht die Standard-Option ist, sondern von der aktiven Beteiligung von WissenschaftlerInnen abhängt. Im Green Open Access System ist nicht automatisch jeder veröffentlichte Artikel frei verfügbar, sondern es bietet ForscherInnen lediglich die Möglichkeit dazu. Solange die Eigeninitiative von ForscherInnen unter 100% liegt, würde ein Green Open Access System also weiterhin Potential verschenken.

 

Open Access in der Zukunft

In den letzten Jahren ist die Open Access Bewegung durch die fortschreitende „Serials Crisis“ immer weiter erstarkt. Durch symbolischen und teilweise auch illegalen Protest ist der öffentliche und finanzielle Druck auf kommerzielle Verlage immer größer geworden und hat sie teilweise bereits jetzt zum Handeln gezwungen.

So erteilen einige Verlage ihren Autoren bereits heute die notwendigen Genehmigungen, um ihre Manuskripte in Green Open Access Archiven legal zur Verfügung zu stellen und erteilen auf Nachfrage auch Sondergenehmigungen (Suber, 2012). Aber auch Bildungsinstitutionen und Forschungsbeihilfen fordern immer mehr Open Access. Unter den Stichworten „Open Access University“ finden sich auf Google beispielsweise hunderte Einträge von verschiedensten Universitäten, die ihre WissenschaftlicherInnen darin unterstützen und auffordern ihre Arbeiten öffentlich frei verfügbar zu machen. Einige Universitäten haben dies sogar bereits als Klausel in ihre Arbeitsverträge einfließen lassen (Suber, 2012). Weiterhin ist freie Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen heutzutage oft eine Vorrausetzung um Drittmittel zu erhalten (Suber, 2012).

Aber auch in der Politik findet Open Access mittlerweile sehr viel Unterstützung, da Forschungsgelder letztendlich oft öffentliche Mittel sind. In den USA wurde mit dem „Fair Access to Science and Technology Research Act“ bereits 2015 ein Gesetz beschlossen, dass zu einer freien Veröffentlichung von Ergebnissen, die mit öffentlichen Geldern gefördert wurden, nach spätestens einem Jahr verpflichtet. In 2016 hat die EU einen ähnlichen Vorschlag verabschiedet, welcher die freie Verfügbarkeit von mit Steuergeldern finanzierten Forschungsergebnissen ab 2020 garantieren soll. Open Access ist also gesellschaftlich und politisch auf dem Vormarsch.

Allerdings könnte Open Access für die Zukunft nur ein Schritt zu einer völlig neuen Infrastruktur in der Forschung sein. Brian Nosek und Yoav Bar-Anan haben 2012 in ihrem Artikel „Scientific Utopia“ ein System beschrieben, dass zwar Open Access beinhaltet, aber noch mehr Potential aus digitaler Infrastruktur schöpft. Nosek und Bar-Anan fordern darin ein System, in dem wissenschaftlicher Kommunikation schneller und effektiver wird, indem sie weitestgehend digitalisiert wird. Online-Plattformen könnten es ermöglichen den Peer-Review Prozess selbst öffentlicher zu gestalten. ReviewerInnen und EditorInnen könnten solche Plattformen nutzen, um eine Reputation aufzubauen, und so einen Anreiz für ihre bisher unsichtbare Arbeit bekommen.

Aber auch Daten, Instrumente und Methoden könnten auf diese Weise einfach und frei zugänglich gemacht werden (Nosek & Bar-Anan, 2012). Dieser Ansatz, unter anderem bekannt unter dem Namen „Open Data“, böte eine Reihe von Vorteilen. So könnten beispielsweise die statistischen Ergebnisse einer Studie einfach überprüft werden, wenn diese direkt mit dem entsprechenden Datensatz verknüpft wäre. In Anbetracht neuer Ergebnisse einer Studie, die in über 10% psychologischer Fachartikel ergebnisrelevante Rechenfehler fand (Baker, 2015), kann solch ein transparenteres System nur begrüßt werden. Hinzu kommt, dass ein Datensatz im Moment meist nur für ein Projekt erhoben, aber selten wiederverwertet wird. Die freie Verfügbarkeit solcher Datensätze würde es ermöglichen auch neue Hypothesen anhand älterer Datensätzen zu verifizieren, Metaanalysen zu vereinfachen, Daten in Anbetracht neuer statistischer Methoden nochmals zu analysieren und massive Datenmengen mit neuen Methoden wie Big Data-Analysis oder machine learning explorativ zu erkunden (vgl. Molloy, 2011).

Solch ein System muss seine Grenzen natürlich in den Persönlichkeitsrechten und der Anonymität der ProbandInnen finden, die ihre Daten der Forschung zur Verfügung stellen. Gerade mit großen Datensätzen lassen sich zum Teil Muster erkennen, die auch bei konventioneller Anonymisierung eine Identifizierung ermöglichen. Speziell bei klinischen Datensätzen, aber auch bei anderen sensiblen Daten (z.B. Leistungsbewertungen in Unternehmen) müssen die Persönlichkeitsrechte der Probanden weiterhin an erster Stelle stehen.

Was kann ich tun?

Open Access ist gesellschaftlich und politisch von immer größerer Bedeutung. Trotzdem können WissenschaftlerInnen auch selbst aktiv dazu beitragen, dass der Wandel zu einem verbesserten System noch schneller und effizienter voranschreitet. Suber (2012) hat dazu in seinem Buch „Open Access“ ausführliche Ratschläge ausgearbeitet, die hier zusammengefasst sind:

1) Das aktuelle System nicht weiter unterstützen.

Auf der Website www.thecostofknowledge.com können sich WissenschaftlerInnen öffentlich dazu verpflichten, keine Manuskripte bei Journalen des Verlages Reed-Elsevier einzureichen und nicht als ReviewerInnen oder EditorInnen zu arbeiten, bis die aktuelle Preispolitik geändert wird. Diese Form des Protests lässt sich natürlich auch privat auf andere Verlage mit unverhältnismäßigen Gewinnspannen ausweiten.

2) Die eigene Arbeit in Gold Open Access Journals veröffentlichen.

Auch wenn es einige Journale gibt, die Publikationsgebühren zur Gewinnmaximierung nutzen, gibt es mittlerweile eine Reihe an sehr respektablen Gold Open Access Journalen mit fairen Gebühren, hohem Impact Factor und gutem Peer-Review (hier eine Liste). Die Gebühren werden meist von Universitäten oder durch Drittmittel getragen; sollte dies nicht der Fall sein, haben viele Journale Angebote zur Kostensenkung bis hin zum kompletten Kostenwegfall. Die Veröffentlichung in Open Access Journalen hat sogar nicht nur Vorteile für die Gesellschaft, sondern auch oft für die Autoren selbst, da eine Reihe an Studien darauf hinweisen, dass frei zugängliche Forschung öfter zitiert wird, und somit potentiell einflussreicher ist.

3) Die eigene Arbeit durch Green Open Access verfügbar machen.

Auch wenn die eigene Arbeit in kommerziellen Journalen veröffentlicht wird, kann sie teilweise trotzdem frei verfügbar gemacht werden. Viele Verlage bieten bereits jetzt die Möglichkeit, ein unformatiertes Manuskript in Green Open Access Archiven frei zur Verfügung zu stellen. Einen Überblick über die Bedingungen verschiedener Journale gibt es hier. Auf Nachfrage ändern einige Verlage ihre Standart-Verträge auch zugunsten von AutorInnen ab, sodass Green Open Access möglich wird.

 

Referenzen

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