Psychologie interdisziplinär: Hannes (Umweltforschung)

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Psychologie und …

Umweltforschung

Praktikum

 

[highlight style=“platinum“]Es erzählt:[/highlight]

[highlight style=“platinum“]Hannes ist 27 und studiert Psychologie an der FernUniversität in Hagen und arbeitet als studentischer Hilfswissenschaftler bei Fraunhofer IZM im Bereich Umweltforschung. Kontakt: dashannes@gmail.com[/highlight]

 

[highlight style=“platinum“]Welchen Disziplinen außer der Psychologie ordnest du dich zu? (D. h. welche Fächer studierst du bzw. in welchem Schnittbereich bist du beruflich tätig?) [/highlight]

Tätig als HiWi in staatlicher Umweltforschung (Bereiche: Umwelttechnologie, Physik, Elektrotechnik, Mikroelektronik).

 

[highlight style=“platinum“] Welchen Beruf übst du im interdisziplinären Bereich aus?[/highlight]

Im Moment noch HiWi für das Umweltforschungsinstitut, sobald ich meinen Abschluss habe, stellen die mich gern ein als wissenschaftlichen Mitarbeiter.

 

[highlight style=“platinum“] Was hat dich in die Interdisziplinarität geführt? (Was hat dein Interesse an der Schnittstelle geweckt, wie bist du an deinen Job/in deinen Arbeitsbereich gekommen etc.?)[/highlight]

Ich habe früher Naturwissenschaften in der Informationsgesellschaft (quasi Physik) studiert (ohne Abschluss) und zu der Zeit den Nebenjob angenommen und bin dort geblieben, weil ich eingearbeitet war und den Job mochte. Trotzdem habe ich für meine langfristige Perspektive auf ein Psychologiestudium gewechselt.

 

[highlight style=“platinum“] Worin siehst du große Unterschiede zwischen den Denk-, Arbeitsweisen der beiden Disziplinen?[/highlight]

In der Physik sind die Inhalte sehr präzise, wiederhol- und berechenbar und lassen sich in Anwendungsprozessen leicht überprüfen, darüber hinaus existieren für die meisten Prozesse jede Menge Erfahrungswerte und Daten. Da sehr offensichtlich und überprüfbar ist, was funktioniert und was nicht, liegt im Vergleich zur Psychologie viel weniger Wert auf dem Bereich der Methodik und den statistischen Auswertungen. Die Psychologie muss mit einer viel schwächeren Datenlage arbeiten und muss sich bei Prognosen mit viel niedrigeren Wahrscheinlichkeiten begnügen, daher wird die Methodik erheblich detaillierter und tiefer ausgearbeitet.

 

[highlight style=“platinum“] Hast du den Eindruck, dass die Interdisziplinarität deinen Arbeitsalltag bereichert? Inwiefern?[/highlight]

Ich bringe aus der Psychologie vor allem solide Methodik und Statistik mit. Ich verstehe als pre-Bachelor Psychologie oft mehr von Statistik und Methodik als die Doktoren aus den physikalischen Bereichen. Zwar ist dieses Verständnis oft nicht unbedingt nötig, aber immer wieder bereichert es die Arbeit der Kollegen.

 

[highlight style=“platinum“] Wie gestaltet sich der berufliche Umgang mit Angehörigen der anderen Disziplin – Besonderheiten, Vorteile, Schwierigkeiten…? [/highlight]

Ich bin der Methodik-Nörgler, der die physikalisch ausgebildeten Wissenschaftler immer wieder ausbremst, um ihnen zu sagen, dass ihre Idee statistisch gesehen keinen Sinn ergibt. So gesehen mache ich im weistesten Sinn Qualitätssicherung. Grundlegende Kommunikations-Skills (u. a. gewaltfreie Kommunikation) erleichtern dabei den Arbeitsalltag, ich habe keine Spannungen mit den Kollegen trotz meiner häufigen Kritik.

 

[highlight style=“platinum“] Was würdest du Psychologie-Studierenden raten, die sich für deine berufliche Schnittstelle interessieren? [/highlight]

Konzentrier dich auf die Forschungsmethoden und lerne, mit einer Statistiksoftware umzugehen. Wer in so einem Bereich mit SPSS umgehen kann, hat ein mächtiges Alleinstellungsmerkmal und kann sich für ein ganzes Institut unentbehrlich machen.

Die Fächerkombination sollte bereits im Studium eingeleitet werden, damit man im Rahmen eines Studentenjobs oder Praktikums in die Arbeitsgruppe hineinwachsen kann. In einer Bewerbung direkt für eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter wird man es schwer haben, die Vorgesetzten von den Vorteilen des anderen Fachs zu überzeugen.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du eine Vorstellung, was du mit deiner Fächer-Kombination nach Studienabschluss machen kannst oder einen konkreten Wunsch/Plan?[/highlight]

Ich bin in die Interdisziplinarität aus praktischen Gründen reingewachsen und benutze sie als Sicherheit, ich versuche in meinem neuen Fachbereich (Psychologie) Fuß zu fassen und solange ich das noch nicht habe, kann ich in meinem alten Fachbereich arbeiten und meine Psychologiekenntnisse dort einbringen. Auf lange Sicht möchte ich aber neuropsychologischer Forscher werden und ggf. Kommunikationscoach, aber das Standbein, was ich in der Physik habe, ist nur für den Übergang bis dahin interessant.

 

Vielen Dank für das Interview!