Psychologie interdisziplinär: Markus (Sportwissenschaft)

0
307

Psychologie und …

Sportwissenschaft

Praktikum

 

[highlight style=“platinum“]Es erzählt:[/highlight]

[highlight style=“platinum“]Markus Gretz ist 27 Jahre alt, studierte B. A. Sportwissenschaft und Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sowie M. A. „Angewandte Sportpsychologie“ an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, arbeitet derzeit als Basketballtrainer, versucht einen Einstieg als freiberuflicher sportpsychologischer Berater zu finden und bloggt für www.die-sportpsychologen.de/profile/Markus Gretz/.[/highlight]

 

[highlight style=“platinum“]Welchen Disziplinen außer der Psychologie ordnest du dich zu? (D. h. welche Fächer studierst du bzw. in welchem Schnittbereich bist du beruflich tätig?) [/highlight]

Sportwissenschaft & Sportpsychologie.

 

[highlight style=“platinum“]Was hat dich in die Interdisziplinarität geführt? (Wie bist du auf dein zweites Studienfach gestoßen, was hat dein Interesse an der Schnittstelle geweckt etc.? Welches Fach war zuerst da? Wie bist du dann auf das zweite gestoßen?) [/highlight]

Schon bei meinem Abitur habe ich mit dem Leistungsfach Sport einen großen Fokus auf den Sport gelegt. Da ich schon mit 15 Jahren angefangen habe als Trainer zu arbeiten, wollte ich mehr zu Trainingswissenschaft und Sportpädagogik erfahren. Außerdem nutzte ich in der 12. und 13. Klasse den Seminarkurs Psychologie, um mich auch über dieses spannende Fach zu informieren. Als ich mich nach dem Abitur zum Sportstudium informierte, fiel mir der Fachbereich Sportpsychologie sofort ins Auge. Da es keinen Bachelorstudiengang in Sportpsychologie gibt, suchte ich nach Unis, an denen ich Sport und Psychologie in Kombination studieren konnte, mit dem Ziel, anschließend den Masterstudiengang in angewandter Sportpsychologie zu studieren.

 

[highlight style=“platinum“]Worin siehst du große Unterschiede zwischen den Denk-, Arbeitsweisen der beiden Disziplinen?[/highlight]

In der Sportwissenschaft wird sehr stark auf die Leistungsoptimierung Wert gelegt, während die Psychologie mehr an der Gesundheit und dem Wohlbefinden interessiert ist. Die Psychologie arbeitet außerdem als „junge“ Wissenschaft noch sehr viel an der Grundlagenforschung, während sich die Sportwissenschaft deutlich mehr in der Anwendungsforschung befindet.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du den Eindruck, seit Beginn des Studiums des zweiten Fachs von der Interdisziplinarität profitiert zu haben? Inwiefern?[/highlight]

Die sehr strengen und detaillierten Forschungsmethoden der Psychologie haben mir sehr geholfen, sportwissenschaftliche Forschung kritischer als meine Kommilitonen betrachten zu können. Außerdem konnte ich durch den Anwendungsbereich im Sport die oft sehr theoretischen psychologischen Inhalte direkt mit einem praktischen Nutzen verknüpfen.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du eine Vorstellung, was du mit deiner Fächer-Kombination nach Studienabschluss machen kannst oder einen konkreten Wunsch/Plan?[/highlight]

Derzeit arbeite ich als Basketball-Trainer, wo ich mein sportpsychologisches Wissen täglich anwenden kann und muss. Leider gibt es derzeit noch nur sehr wenige hauptberufliche Stellen als Sportpsychologe. Deshalb schwanke ich zurzeit zwischen einer selbständigen Tätigkeit als sportpsychologischer Berater und meiner Leidenschaft als Basketball-Trainer. Möglicherweise lässt sich auch eine Kombination aus beidem in der Zukunft realisieren. Da ich auch sehr forschungsinteressiert bin, könnte ich mir auch auf diesem Gebiet eine Tätigkeit vorstellen.

 

[highlight style=“platinum“]Würdest du ein Zwei-Fächer-Studium weiterempfehlen? Was rätst du anderen Psychologie-Studierenden, die sich ebenfalls für deine „Zweitdisziplin“ interessieren?[/highlight]

Ein Zwei-Fächer-Studium gestaltet sich organisatorisch oft etwas schwieriger als ein Ein-Fach-Studium. Seminare und sogar Prüfungen können sich überschneiden und nur wenige Dozenten nehmen auf die doppelte Belastung Rücksicht. Deshalb sollte man mit etwas längerer Studiendauer als der Regelstudienzeit rechnen. Eine Kombination bietet jedoch auch die Möglichkeit, unterschiedliche Arbeitsweisen miteinander zu verknüpfen und mit einer anderen Sichtweise als die Kommilitonen auf die Studieninhalte einzugehen. Für mich hat die Interdisziplinarität vor allem meine Motivation in beiden Fächern gesteigert, etwas Brauchbares aus den Veranstaltungen mitzunehmen.

 

Vielen Dank für das Interview!