Recht auf Masterplatz? Neues zur Frage von der DGPs

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Vorwort aus der Redaktion:
Der Masterplatzmangel ist ein Dilemma, das Psychologiestudierende zur Zeit des herannahenden Bachelorabschlusses jedes Jahr wieder beschäftigt – und jedes Jahr werden Rufe nach mehr Masterplätzen laut. Zu dieser Frage hat die DGPs nun ein Rechtsgutachten eingeholt. Es soll darlegen, dass ein Bachelorabschluss kein qualifizierender Abschluss ist, um den Beruf des Psychologen in der Gesamtheit seines Berufsbildes auszuüben – was aus der unzureichenden Zur-Verfügung-Stellung von Masterstudienplätzen für Bachelorabsolventen einen Eingriff in die in Art. 12 GG geschützte Berufsfreiheit machen würde. Die Konsequenz – Schaffung eines Rechts auf Masterplatz für Bachelorabsolventen?
Das jedenfalls erhofft sich die DGPs mit dieser Initiative. Mit freundlicher Genehmigung der Präsidentin Prof. Abele-Brehm veröffentlichen wir untenstehend die Email, die in dieser Sache im DGPs-Verteiler verschickt wurde – zum einen, da dies für viele von euch von Interesse sein dürfte und die DGPs gerne die Gelegenheit nutzt, um zu zeigen, dass sie sich für die Belange der Studierenden engagiert; zum anderen auch, weil die DGPs über ergänzende Informationen und Hinweise zu dem Thema auch von Studierendenseite dankbar ist!
Wir warten gespannt auf weitere Entwicklungen in der Sache und halten euch auf dem Laufenden.
/Julia, Redaktion

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Sehr geehrte DGPs Mitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Vorstand der DGPs sowie der Fakultätentag Psychologie haben bei einem renommierten Hochschulrechtler
ein Gutachten in Auftrag gegeben, das aufbauend auf Artikel 12 des Grundgesetzes (Berufsfreiheit) nachweisen soll, dass das Berufsbild eines Psychologen / einer Psychologin zwingend einen Masterabschluss voraussetzt (so wie es vor dem Bologna Prozess einen Diplomabschluss voraussetzte).
Konsequenz aus diesem Nachweis wäre, dass alle Studierenden, die sich zu einem Bachelorstudium der Psychologie einschreiben, das Recht auf einen Masterstudienplatz haben (Recht auf einen Masterstudienplatz, allerdings nicht auf einen Studienplatz in einer spezifischen Masterausrichtung).
Konkret soll das juristische Gutachten zu folgenden Fragen Stellung nehmen:
1) Setzt das Berufsbild eines Psychologen / einer Psychologin zwingend den Abschluss eines
Diplom- oder Bachelor- und Masterstudiums der Psychologie voraus?
2) Folgt aus der positiven Beantwortung von Frage 1 zwingend, dass eine Universität für alle (d.h. 100%) ihrer erfolgreichen Bachelorabsolventen in Psychologie einen Masterstudienplatz vorhalten muss?
Folgende Unterlagen stellen wir dem Gutachter hierfür zur Verfügung:
• Europsy framework
• DGPs Empfehlungen zu B.Sc. und M.Sc.
• Bericht zum Bachelor- und Masterstudium (PRU, 4, 2014; PRU, 1, 2015)
• DGPs Qualitätssiegel B.Sc. Statut und Kriterien
• Recherche zum Stellenmarkt für Psychologinnen und Psychologen im Jahre 2014
• Ethikrichtlinien der Föderation
• Heutige Zugangsregelungen zur Psychotherapieausbildung
• Sobald vorliegend: Referentenentwurf Psychotherapie nach Vorlage durch das BMG
• Rechtsprechung zum Titelschutz für Psychologinnen und Psychologen
• §64(5) UG 2002, das den Übergang von B.Sc. zum M.Sc. in Österreich regelt
• Decreto-Lei n.o 74/2006, das den Übergang von B.Sc. zum M.Sc. in Portugal regelt
Unsere Bitte an Sie ist nun, zu überlegen, ob Sie weitere Informationen haben, die für die Beantwortung dieser Fragen relevant sind.
Als Beispiel: Der Kollege Pawlik berichtete, dass die APA bei der assoziierten Mitgliedschaft minimal den Master Abschluss vorsieht. Das belegt, dass die APA den Bachelorabschluss nicht als berufsqualifizierend ansieht.
Wir würden uns freuen, von Ihnen relevante Informationen zu bekommen!
Bitte senden Sie diese an Dr. Bianca Vaterrodt (referentin@dgps.de).
Wir danken Ihnen im Vorhinein für Ihre Kooperation!
Mit besten Grüßen
(A. Abele-Brehm, Präsidentin DGPs) (C. Antoni, Vizepräsident I, DGPs)