5 Fragen an…Harald Welzer

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Praktikum

Prof. Dr. Harald Welzer (* 27. Juli 1958, Bissendorf bei Hannover)Bild vonProf. Dr. Harald Welzer

  • Mitbegründer & Direktor der Stiftung „Futurzwei“ (www.futurzwei.org)
  • Leiter des Norbert Elias Center for Transformation Design & Research
  • ehemaliger Professor für Sozialpsychologie
  • Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR)
  • psychologische Forschungsschwerpunkte: Klimawandel (kulturwissenschaftliche Untersuchung der Folgen), Gruppengewalt, Erinnerung
  • vielfältiges publizistisches Werk (z. B. „Opa war kein Nazi“, „Klimakriege“, „Selbst denken — eine Anleitung zum Widerstand“)

 

5 Fragen an …

Harald Welzer

 

[highlight style=“platinum“]1. Als Sie sich erstmals an einer Universität einschrieben, was dachten Sie, wohin Ihr Weg Sie führen würde? Ihren Weg in die Sozialpsychologie haben Sie gewissermaßen über die Soziologie gefunden, und sind im Grunde interdisziplinär tätig — haben Sie den Eindruck, in Ihrer Arbeit und Entwicklung von Interdisziplinarität profitiert zu haben? [/highlight]

Ich glaube, mein Weg lief deshalb durch verschiedene Disziplinen, weil mich immer der jeweilige Erkenntnisgegenstand und die zu seiner Erschließung notwendigen Theorien und Methoden interessiert haben. Da kommt man meist mit dem Instrumentenkasten einer einzigen Disziplin nicht besonders weit.

 

[highlight style=“platinum“]2. Welcher Teil Ihrer Arbeit in der Psychologie hat Ihnen bisher am meisten Freude gemacht? Gibt es ein Lieblingsprojekt, das Sie am glücklichsten gemacht hat? (Warum?) [/highlight]

Kann ich nicht sagen, ich fand viele Projekte irre interessant. Vom Material her am spannendsten war sicher die Studie, die ich mit dem Historiker Sönke Neitzel durchgeführt habe und die dann zum Buch „Soldaten“ geführt hat, das in 22 Ländern erschienen ist: Das Göttergeschenk, 200.000 Seiten Transkripte von Echtzeitkommunikationen über den Krieg zu finden, passiert in einem Forscherleben auch nur einmal.

 

[highlight style=“platinum“]3. Wenn Sie in der Zeit zurückreisen und Ihrem Studenten-Ich einen Ratschlag geben könnten, welcher wäre das? Würden Sie es tun?[/highlight]

Machen Sie immer das, wozu Sie eine Frage haben, von der Sie glauben, dass Sie sie irgendwann beantworten können. Oder feststellen können, dass es die falsche Frage war.

 

[highlight style=“platinum“]4. Gibt es irgendetwas, das Sie allen Psychologiestudenten gerne sagen würden; einen Ratschlag oder sonst etwas, das wir Ihrer Meinung nach alle wissen sollten?[/highlight]

Finden Sie es selbst heraus!

 

[highlight style=“platinum“]5. Zum Abschluss: bitte erzählen Sie uns Ihren liebsten (bevorzugt Psychologie-bezogenen) Witz![/highlight]

Treffen sich zwei Bekannte im Flur der therapeutischen Praxis. Fragt der eine: „Kommen Sie oder gehen Sie?“ Sagt der andere: „Wenn ich das wüßte, wär ich nicht hier!“

 

[highlight style=“platinum“]BONUS-Frage: Haben Sie einen Vorschlag, wer unsere 5 Fragen als nächstes beantworten sollte?[/highlight]

Andreas Ernst, Uni Kassel.

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!