5 Fragen an … Iris-Tatjana Kolassa

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Iris-Tatjana Kolassa
Iris-Tatjana Kolassa
Iris-Tatjana Kolassa
Praktikum

Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa

  • seit 2010 Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie Ulm
  • 2012: Janet Taylor Spence Award for Transformative Early Career Contributions to Psychological Science der internationalen Fachgesellschaft Association for Psychological Science (APS)
  • Stressforschung
  • Psychoneuroimmunologie und -endokrinologie der Posttraumatischen Belastungsstörung
  • biologische Korrelate von Therapieerfolg
  • transgenerationale Weitergabe von Gewalterfahrungen
  • Alternsforschung
  • Neuroplastizität im Alter
  • chronischer und traumatischer Stress und vorzeitige physiologische Alterung
  • Serious Games im Alter und bei Demenz

 

5 Fragen an …

Iris-Tatjana Kolassa

 

[highlight style=“platinum“]1. Als Sie sich erstmals für Psychologie einschrieben, was dachten Sie, wohin Ihr Weg Sie führen würde? [/highlight]

Ich hatte eine Sendung über Hirnforschung gesehen und fand diese äußerst faszinierend. Ich wollte infolgedessen mehr darüber wissen, wie unser Gehirn funktioniert, und wollte Hirnforscher werden. Insbesondere die bildgebenden Verfahren (MRT/fMRT) hatten es mir angetan. Allerdings interessierte mich auch die Biologie, Chemie und Biochemie sehr. Die Entscheidung fiel für die Psychologie, da ich so Hirnforschung und einen großen Anteil Biologie vereinen konnte. Mit dem Studienort Konstanz, den ich gewählt hatte, konnte ich diese biologische Orientierung der Psychologie auch hervorragend umsetzen und orientierte mich bald in meinen Praktika und Auslandsaufenthalten hin zu den großen Zentren der bildgebenden Forschung. Allerdings war ich nach anfänglicher Begeisterung irgendwann von der Hirnforschung enttäuscht, da ich das Gefühl hatte, dass wir zwar mittlerweile einiges über die Funktionsweise des Gehirns wissen, aber ich wusste nun auch, wo die Grenzen des Verständnisses liegen und auch noch in absehbarer Zeit liegen werden. So orientierte ich mich in psychoneuroimmunologische und biomolekulare Bereiche der Psychologie.

 

[highlight style=“platinum“]2. Welcher Teil Ihrer Arbeit als Psychologe hat Ihnen bisher am meisten Freude gemacht? Gibt es ein Lieblingsprojekt, das Sie am glücklichsten gemacht hat? (Warum?) [/highlight]

Die Arbeit in einem sehr interdisziplinären Team bereitet mir große Freude, ebenso wie die Kooperationen als Psychologin mit ganz unterschiedlichen Partnern aus der Medizin, Molekularen Medizin, Biologie, den Sportwissenschaften, der Molekularen Toxikologie oder gar der Mikroelektronik. Außerdem liegt mir die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besonders am Herzen. Inhaltlich ist es sicherlich die Frage, wie sich (traumatischer) Stress auf unsere Gesundheit auswirkt, die mich am meisten fasziniert. Hier konnten wir beispielsweise zeigen, dass traumatischer Stress vermutlich über erhöhten oxidativen Stress zu mehr DNA-Schädigung führt und dass Psychotherapie dies rückgängig machen kann: mein Lieblingsbefund. Außerdem bin ich immer wieder überrascht, wie konsistent wir Stresseffekte auf allen möglichen biomolekularen Ebenen finden.

 

[highlight style=“platinum“]3. Wenn Sie in der Zeit zurückreisen und Ihrem Studenten-Ich einen Ratschlag geben könnten, welcher wäre das? Würden Sie es tun? [/highlight]

Ich war mit der Studentenzeit sehr zufrieden und wüsste nicht, was ich anders tun würde.

 

[highlight style=“platinum“]4. Gibt es irgendetwas, das Sie allen Psychologiestudenten gerne sagen würden; einen Ratschlag oder sonst etwas, das wir Ihrer Meinung nach alle wissen sollten? [/highlight]

Das tun, wofür man brennt, und das mit ganzem Herzen und voller Leidenschaft. Sich einen guten Mentor suchen. Neben allen Karriereratgebern nicht vergessen, dass Partnerschaft und Familie letztlich wichtiger sind.

 

[highlight style=“platinum“]5. Zum Abschluss: bitte erzählen Sie uns Ihren liebsten (bevorzugt Psychologie-bezogenen) Witz![/highlight]

Sobald ich einen Witz gehört habe, habe ich ihn leider auch schon wieder vergessen.

 

[highlight style=“platinum“]BONUS-Frage: Haben Sie einen Vorschlag, wer unsere 5 Fragen als nächstes beantworten sollte?[/highlight]

Beispielsweise Thomas Elbert, Universität Konstanz, oder Clemens Kirschbaum, TU Dresden.

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!