5 Fragen an … Onur Güntürkün

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Praktikum

Prof. Dr. Dres. h.c. Onur Güntürkün (*18. Juli 1958, Izmir, Türkei)

  • Lehrstuhl für Biopsychologie, Ruhr-Universität Bochum
  • zahlreiche Auszeichnungen (darunter Wilhelm-Wundt-Medaille 2006, Leibniz-Preis 2013)

Allgemein bekannt für Lehre, die Studierende fächerübergreifend begeistert, außerdem für Forschung zu

  • neuronalen Grundlagen zerebraler Asymmetrie,
  • Lateralisierung,
  • Funktionen des präfrontalen Kortex,
  • Tauben und anderen Vögeln

und vielen anderen, faszinierenden Themen im Bereich der kognitiven Neurowissenschaft.

 

5 Fragen an …

Onur Güntürkün

 

[highlight style=“platinum“]1. Als Sie sich erstmals für Psychologie einschrieben, was dachten Sie, wohin Ihr Weg Sie führen würde? Hatten Sie einmal über ein ganz anderes Fach nachgedacht? [/highlight]

Mein Interesse an der Psychologie entstand durch den Unterricht im Fach „Psychologie“ im türkischen Gymnasium. Unser Lehrbuch war eine Mischung aus Allgemeiner und Biologischer Psychologie. Das hat mich fasziniert und so wollte ich etwas studieren, in dem Gehirn und Verhalten eine Rolle spielen. Zunächst schwankte ich zwischen Medizin und Psychologie. Letzten Endes entschied ich mich gegen Medizin, weil ich meinte, kein Blut sehen zu können. Zum Studieren zog ich nach Deutschland, weil mir das Psychologiestudium in der Türkei zu soft, zu psychoanalytisch vorkam. Vom Studium in Deutschland erwartete ich mir einen starken Bezug zur Hirnforschung. Hier angekommen war ich zutiefst enttäuscht: Ich musste eine hirnlose Psychologie studieren, die vollkommen anders war als das Lehrbuch, das ich im türkischen Gymnasium kennen gelernt hatte. Zudem wurden praktisch keine ernst zu nehmenden Anforderungen an uns gestellt und viele Inhalte schienen nicht durch wissenschaftliche, sondern durch ideologische Argumente richtig oder falsch zu werden. In meiner Verzweiflung dachte ich kurzfristig doch daran, zur Medizin zu wechseln. Aber da gab es den einen Professor, der mein Leben gerettet hat. Er hieß Juan Delius, war Argentinier und vertrat die „Tierpsychologie“ (ja – so ein Fach gab es damals wirklich). Er forschte zu Gehirn und Verhalten und schuf meine akademische Heimat, die ich seitdem nicht mehr verlassen habe.

 

[highlight style=“platinum“]2. Welcher Teil Ihrer Arbeit als Psychologe hat Ihnen bisher am meisten Freude gemacht? Gibt es ein Lieblingsprojekt, das Sie am glücklichsten gemacht hat? (Warum?) [/highlight]

Bis auf ganz wenige Dinge, die nur einen kleinen Teil meiner Arbeit ausmachen, macht mir meine ganze Arbeit eine riesengroße Freude. Ich bin von superschlauen, hochmotivierten und zum größten Teil sehr jungen Menschen umgeben. Ich entscheide selber, welche Fragen ich beantworten möchte, wie ich sie angehe und wann ich was mache. Verrückterweise bekomme ich dafür sogar noch ein Gehalt. Ist das nicht unglaublich?

 

[highlight style=“platinum“]3. Wenn Sie in der Zeit zurückreisen und Ihrem Studenten-Ich einen Ratschlag geben könnten, welcher wäre das? Würden Sie es tun?[/highlight]

Tue das wofür Du brennst, und traue niemals dem Ratschlag eines Berufsberaters.

 

[highlight style=“platinum“]4. Gibt es irgendetwas, das Sie allen Psychologiestudenten gerne sagen würden; einen Ratschlag oder sonst etwas, das wir Ihrer Meinung nach alle wissen sollten?[/highlight]

Siehe Antwort zu dritten Frage.

 

[highlight style=“platinum“]5. Zum Abschluss: bitte erzählen Sie uns Ihren liebsten (bevorzugt Psychologie-bezogenen) Witz![/highlight]

Ich bin ganz schlecht im Merken und Erzählen von Witzen.

 

[highlight style=“platinum“]BONUS-Frage: Haben Sie einen Vorschlag, wer unsere 5 Fragen als nächstes beantworten sollte?[/highlight]

Jan Born oder John Dylan Haynes.

 

Wir bedanken uns herzlich für das Interview!

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