Buchrezension “Handbuch Schulpsychologie – Psychologie für die Schule” von K. Seifried

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Praktikum

Das “Handbuch Schulpsychologie” vermittelt den Lesenden die unheimliche Vielfalt des Berufs der SchulpsychologInnen. Zunächst informiert das Buch über die Grundlagen der Schulpsychologie wie z. B. die Aufgaben und Organisationsformen und die Forschungsgrundlagen. Der Einstieg über deren Geschichte in Deutschland birgt einen interessanten Einblick in die nicht immer geradlinige Entwicklung der noch jungen Disziplin. So lag der Fokus der schulpsychologischen Arbeit zunächst auf den einzelnen SchülerInnen mit ihren individuellen Beratungsanliegen. In einem Paradigmenwechsel verschob sich dieser Fokus auf das System Schule, das mit Methoden der Organisationsentwicklung beraten wurde. Erst vor ca. 15 Jahren wurden diese beiden Ansätze der Schulpsychologie vereint, sodass die SchulpsychologInnen inzwischen eine vielfältige Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen und Methoden leisten.

Die Vielfalt der Arbeit spiegelt sich auch in der weiteren Gliederung des Buches wider. So wird anschließend auf die Arbeit mit SchülerInnen eingegangen, wobei Inhalte wie Diagnostik, Mobbing, Schulabsentismus und Interventionsprogramme thematisiert werden. Zuletzt widmet sich das Buch der zweiten großen Zielgruppe der Lehrkräfte und dem System Schule. Dabei werden Themen wie z.B. die psychische Gesundheit im Lehrerberuf oder Supervision und Coaching beleuchtet.

Die Gliederung der zielgruppenspezifischen Oberkapitel in insgesamt 32 Unterkapitel macht deutlich, in wie vielen unterschiedlichen Gebieten sich SchulpsychologInnen auskennen müssen, und verschafft Respekt vor diesem Berufszweig. Neben den theoretischen Einführungen in die einzelnen Themen werden immer praxisnahe Erläuterungen der Arbeitsweisen von SchulpsychologInnen gegeben, was hilfreich für PraktikerInnen ist sowie interessierten LeserInnen einen guten Einblick in die konkrete Arbeit von SchulpsychologInnen gibt.

Die Sprache der AutorInnen zeichnet sich durch eine hohe Verständlichkeit aus. Außerdem werden die umfangreichen und teilweise komplexen Themen gut auf den Punkt gebracht und man hat stets das Gefühl, einem roten Faden folgen zu können. Zudem gibt es viele hilfreiche Abbildungen, die z. B. die Anwendung und Auswertung von gängigen Verfahren wie z. B. der Verhaltensbeobachtung erklären.

Das Buch ist sehr umfangreich und so ist es trotz guter und logischer Gliederung schwierig, sich einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Hier würden Zusammenfassungen am Ende der Kapitel helfen. So oder so führt das Buch aber zu weit, wenn man nur einen Überblick über die Inhalte und Arbeitsweisen von SchulpsychologInnen erlangen möchte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Buch gut für interessierte Studierende oder PraktikerInnen eignet, die sich in das Thema einlesen wollen und konkretes Interesse an der Arbeit in diesem Bereich haben.

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