Wie ist Hochschulpolitik organisiert? Was ist ein AStA und was eine Fachschaft?

„Hochschulpolitik“ ist eine Vokabel, die sicher vielen Studierenden ein Begriff ist, aber dennoch für viel Verwirrung und Rätsel sorgt. In der Hochschulpolitik wird sich mit verschiedenen Themen auseinander gesetzt. Dies können Sachen sein wie die Hochschulstrukturreform oder die Einführung der Studiengebühren. Oftmals geht es aber um den Alltag an der jeweiligen Uni und Entscheidungen, die das Studium direkt oder indirekt betreffen.

Die Gremien der Hochschulpolitik lassen sich dabei in zwei große Gruppen gliedern: studentische Selbstverwaltung und studentische Mitbestimmung.

studentische Selbstverwaltung

Alle Studentinnen und Studenten einer Hochschule bilden zusammen die Verfasste Studierendenschaft. Um die Verfasste Studierendenschaft zu organisieren, gibt es verschiedene Vertretungen.

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)

Der AStA vertritt die Interessen aller Studierenden einer Uni. So ist der AStA beispielsweise für das Semesterticket, den Hochschulsport und Beratung sowie Unterstützung zuständig. Zuständig für die verschiedenen Themen sind jeweils spezifische Referate. Neben den „Servicereferaten“ gibt es oft auch autonome Referate wie das LGBTI-Referat oder Referate für Menschen mit Behinderung/chronischer Erkrankung.

Studierendenparlament (SP)

Das Studierendenparlament wird von den Studierenden gewählt und ist das höchste Gremium der Studierendenschaft. Hier werden der AStA-Vorstand und die Referate gewählt und es wird darüber entschieden, was mit den Beiträgen passiert. Die Sitzungen sind dabei öffentlich.

Fachschaften und Fachschaftsräte

Fachschaft bezeichnet eigentlich nur die Studierenden eines Faches, also alle Studierenden der Psychologie an einer Universität. Die offiziell gewählte Vertretung wird Fachschaftsrat genannt. Die Mitglieder des Fachschaftsrates werden von den Studierenden gewählt. Die Fachschaft ist Ansprechpartner, wenn es um Probleme oder Veränderungen im Fach gibt, beispielsweise mit der Anerkennung von Prüfungsleistungen oder mit Dozierenden. Es gibt allerdings einige Unterschiede. An kleineren Hochschulen gibt es teilweise keine Fachschaftsräte. Stattdessen übernehmen hier Fachschaftsinitiativen die Arbeit der Fachschaftsräte. In Bayern wurden 1970 die verfassten Studierendenschaften und damit auch die Fachschaftsräte abgeschafft. Hier finden sich Studierende oft zu Fachschaftsinstitaiven oder Unabhängigen Fachschaften zusammen.

VertreterInnen aller Fachschaften im Bereich Psychologie treffen sich regelmäßig auf der PsyFaKo (Psychologie-Fachschaften-Konferenz). Dabei handelt es sich um eine Interessensvertretung aller psychologischen Fachschaften Deutschlands. Seit Juni 2005 treffen sich die Fachschaften einmal pro Semester für ein Wochenende an unterschiedlichen Orten in Deutschland.

 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der studentischen Mitbestimmung in verschiedenen Bereichen wie dem Senat oder den Fakultätsräten. Auch in Berufungs- und Studiengangskommissionen sitzen studentische VertreterInnen.

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