Wie lange dauert eine Psychotherapieausbildung?

(Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf die zur Approbation zugelassenen Ausbildungsgänge in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten andere Bestimmungen, ebenso für Ausbildungen in anderen Therapieformen wie z. B. systemischer Therapie oder Gesprächstherapie, die nicht mit dem deutschen Staatsexamen abgeschlossen werden können.)

Eine Ausbildung zum/r Psychologischen PsychotherapeutIn oder Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn dauert laut §5 des Psychotherapeutengesetzes in Vollzeit mindestens drei Jahre, in Teilzeit mindestens fünf Jahre. Das bedeutet, dass der mündliche Teil der Approbationsprüfung frühestens 36 Monate nach Ausbildungsbeginn abgelegt werden darf, selbst wenn Theorie- und Praxisstunden schon vorher vollständig erbracht wurden.

Manche Ausbildungsinstitute bieten nur Vollzeit-, manche nur Teilzeitausbildungen an. Beides hat Vor- und Nachteile, zum Beispiel können Vollzeitauszubildende sich den günstigen Fachschüler-Tarif der Krankenkassen sichern, wenn sie unter einer bestimmten Einkommensgrenze bleiben. Da viele sich wegen der schlechten Bezahlung in der Klinikzeit eine Vollzeitausbildung aber nicht leisten können, ist das Teilzeitmodell in der Realität beliebter. Letztlich zählt, was in eurem Ausbildungsvertrag steht – es gibt auch genug Vollzeit-Ausbildungskandidaten, die nach Feierabend noch kellnern gehen, um sich über Wasser zu halten. Es ist auch Sache der Ausbildungsinstitute, wie sie mit Nachzüglern umgehen, die trotz Vollzeitausbildung nicht wie geplant alle Stunden in drei Jahren erbringen. Normalerweise ist es aber kein Problem, die Prüfung ein halbes oder ganzes Jahr später abzulegen.

Eine wichtige Regel ist jedoch zu beachten: Egal, wie lange die Ausbildung insgesamt dauert, sie darf laut Prüfungsordnung nur für vier Wochen am Stück unterbrochen werden, egal ob Urlaub, Schwangerschaft oder Krankheit der Grund sind! Längere Fehlzeiten müssen beim Landesprüfungsamt im Vorhinein beantragt werden und bekommen nur bei Vorliegen „besonderer Härte“ grünes Licht. Jährlich werden einem insgesamt sechs Wochen ausbildungsfreie Zeit zugestanden. (Es soll aber schon KollegInnen gegeben haben, die mit einer Supervisions- oder Selbsterfahrungsstunde pro Woche auch längere Auszeiten erfolgreich überbrückt haben.)

Posted in: 4. Therapieausbildung (PiA)