How to … get a job as a scientist

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Albert Einstein
Albert Einstein
Praktikum

Wer später einmal den Weg in die Wissenschaft einschlagen will — damit ist auch die Forschung in der freien Wirtschaft gemeint und nicht nur an der Universität — wird feststellen, dass so manche Kompetenzen gefordert sind. Wir haben uns ein paar Gedanken gemacht, was wichtig ist und eine kleine Liste gemacht, die euch helfen soll, Entscheidungen zu treffen, auf welche Kurse ihr besonderen Wert legen solltet.

Statistik-Software

  1. SPSS. Jeder PsychologiestudierendeR kennt es, viele hassen es. SPSS von IBM ist wohl das bekannteste Programm zum Auswerten von Daten. Es ist einfach aufgebaut, bietet einen guten Überblick über gängige Rechenmethoden und der Umgang kann schnell erlernt werden. Praktisch alle zukünftigen Jobs verlangen diese Kompetenz. Da es aber überall gelehrt wird, gehen wir nicht weiter auf das Programm ein.
  2. RStudio. Der alte kostenlose „Newcomer“. Warum alt? Weil es R bzw. RStudio eigentlich schon lange gibt. Durch immer knapper werdende Budgets der Universitäten ist es jedoch immer mehr im Kommen. Gott sei Dank aber nicht nur deswegen. In den letzten Jahren kamen eine Vielzahl von neuen Paketen, also so genannte Erweiterungen, auf den „Markt“, die das Arbeiten mit RStudio auch für Laien vereinfacht. Man möchte es nicht glauben, aber es hat nicht nur den Vorteil, dass es kostenlos ist, sondern es ist auch viel mächtiger als SPSS. Daten lassen sich viel besser aufbereiten und auch die Wahl der statistischen Verfahren hat der/die RechnerIn vollständig in der Hand. Das sorgt dafür, dass nicht wie in SPSS einfach wild Befehle ausgeführt werden, ohne wirklich deren Sinn zu kennen, zeigt aber gleichzeitig die Schwierigkeit von RStudio und warum nicht wirklich alle Studierende damit zufrieden sind. Sie sollten es aber sein!
  3. MATLAB ist wohl die eierlegende Wollmilchsau unter den Statistikprogrammen. MATLAB ist eine hochentwickelte Sprache und interaktive Umgebung, die von Millionen EntwicklerInnen und WissenschaftlerInnen weltweit genutzt wird. In dieser Umgebung können sie ihre Ideen entwickeln und darstellen und außerdem disziplinübergreifend arbeiten. Das schließt Signal- und Bildverarbeitung, Kommunikation, Steuerungs- und Regelsysteme sowie finanzmathematische Operationen mit ein. Leider ist es auch so komplex wie es klingt, aber wer einmal damit arbeiten kann, ist definitiv gern gesehen.

Umgang mit Fragebogentools

  1. UniPark und SoSci Survey gehören wohl zu den größten Umfragetools zurzeit. Auch Google bietet ein Umfragetool an, dieses hat aber bei weitem nicht die Möglichkeiten wie die beiden Erstgenannten. Um mit ihnen ohne Probleme arbeiten zu können, ist es wichtig eine Programmiersprache wie PHP oder Java zu können. Diese variiert von Tool zu Tool. Beherrscht man aber eine davon, sind die Möglichkeiten in Sachen Umfragedesigns fast grenzenlos. Eine kleine Übersicht über alle größeren Umfragetools findet ihr in einem kleinen Artikel von uns hier.

Programmiersprachen

  1. R benötigt man, wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, für R bzw. RStudio. Einen tollen Einsteigerkurs haben wir euch bereits in dem Artikel über swirl vorgestellt.
  2. Von Python, Java und PHP werden viele bisher vielleicht nur von Programmieren gehört haben, aber auch sie gehören bei manchen PsychologInnen zum täglichen Brot. Ihr könnt sie kostenlos bei Codecademy, Udacity oder Coursera lernen.

Software zum Programmieren von Experimenten

  1. Opensesame ist eine kostenlose Software mit vielen Tutorials und liefert sogar ein extra Paket für PsychologInnen namens PsychoPy. Es läuft auf allen Plattformen und sogar auf Android, allerdings nur für Testungen, nicht zum Programmieren. Das Schöne an Opensesame ist, dass sogar optisch gearbeitet werden kann. Es braucht also keine extra Kenntnisse. Es ist allerdings von Vorteil, wenn man die Programmiersprache Python beherrscht, da sich dadurch nochmal mehr Möglichkeiten ergeben.
  2. E-Prime ist das kostenpflichtige Pendant zu Opensesame. Es ist rein optisch zu bedienen und bietet noch einmal mehr Bequemlichkeiten als Opensesame. Außerdem ist es intuitiv und sehr leicht zu erlernen. Innerhalb ein paar Stunden lassen sich einfache Experimente ohne vorherige Kenntnisse programmieren.
  3. Presentation ist wohl die mächtigste Software zum Programmieren von Experimenten. Es gibt nichts, was man nicht damit anstellen könnte. Über einfache Reaktionstests bis hin zu EEG- oder Eye-Tracking-Experimenten ist alles möglich. Leider ist Presentation ein kostenpflichtiges Programm.
  4. Natürlich gibt es für alle Geräte meist eine eigene Software, wie z. B. beim Eye Tracking. Es würde aber den Rahmen sprengen, auch nur einen Teil hier aufzuführen.

Office-Anwendungen

  1. Word, Excel und PowerPoint ist ein Muss und nicht optional. Das dürfte euch aber klar sein.
  2. LaTeX wiederum ist vielen nicht bekannt, aber für das Schreiben von Texten ideal. Jeder kennt die Situation, dass die Formatierung in Word teilweise nur durch eine Leerzeile vollständig verändert wird und man wieder gefühlte Stunden damit beschäftigt ist, diese in Ordnung zu bringen. Mit LaTeX kann dies nicht mehr passieren. Wir empfehlen übrigens, nicht den Standardeditor zu verwenden, sondern z. B. MikTex.

Soft Skills

  1. Wenn wir davon reden, was benötigt wird, um in der Wissenschaft zu arbeiten, dann dürfen Soft Skills auf keinen Fall fehlen. Also seid nicht nur damit beschäftigt, euch Kenntnisse für diverse Programme anzueignen, sondern vergesst auch nicht die menschlichen Komponenten!