„Ich bin in Therapie“ – ein neues Projekt

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Praktikum

Liebe Psychos und Psycho-Fans, liebe Besucher_innen unserer Homepage,tumblr_nath7eE0aI1tkp5ngo1_400

wir haben trotz Sommerpause eine kleine Neuigkeit zu verkünden: Wir haben ein Anti-Stigma-Projekt namens „Ich bin in Therapie“ gestartet. Erreichbar ist es unter http://www.ichbinintherapie.psystudents.org/

Wie manche feststellen werden, ist das Projekt durch das US-amerikanische „I Have a Therapist“-Projekt inspiriert, weil wir denken, dass es in Deutschland ebenso realisierbar ist und hoffentlich auch hier etwas Positives bewirken kann.

Die Idee ist ganz einfach: Man schießt ein Foto von sich, während man auf einem Zettel oder etwas anderem Kreativen eine Botschaft für den Rest der Welt präsentiert. Der Fokus liegt natürlich primär auf Personen, die an einer psychischen Störung leiden und sich in Psychotherapie befinden oder befanden. Aber natürlich kann sich auch jede_r andere durch einen eigenen Beitrag solidarisieren und der Welt sagen, dass Psychotherapie nichts ist, wofür man sich schämen muss, sondern so wie jeder andere Gang zum Arzt betrachtet werden sollte.

Damit möchten wir versuchen, Vorurteile und Stigmata abzubauen, indem die Themen „psychische Störungen“ und „Psychotherapie“ mit Bildern und persönlichen, inspirierenden und mutmachenden Botschaften verknüpft werden. Wir hoffen, dass dadurch Unwissende etwas dazulernen können und das potenziell betroffene Personen dadurch Mut bekommen, sich Hilfe zu suchen und bestenfalls auch offen damit umzugehen.

Der Hintergrund ist unter anderem der, dass psychische Störungen sehr häufig sind. In Deutschland leiden nach der „DEGS1-MH“-Studie – dem Nachfolger des Bundesgesundheitssurveys von 1998 – 27,7% der Bevölkerung innerhalb von 12 Monaten an einer psychischen Störung; etwa 44% davon erfüllen dabei die Kriterien für zwei oder mehrere psychische Störungen (Jacobi et al., 2014). Die Wahrscheinlichkeit, eine betroffene Person in der Familie oder im Freundeskreis zu haben, ist entsprechend hoch. Aber wie viele machen ein Geheimnis daraus?

Doch bis heute wird dieses Thema tabuisiert und Personen werden stigmatisiert – und stigmatisieren sich mitunter auch selbst. Die Folgen können mitunter katastrophal sein: Die Probleme können sich verschlimmern und es kann eine Barriere darstellen, die Personen davon zurückhält, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Diesen Zustand können selbst wir als Psychologie-Studierende anhand der Reaktionen anderer immer wieder beobachten. Es herrschen so viele Vorurteile, so viel Unwissen über dieses Thema. Wie es Personen mit psychischer Störung dann gehen mag, können wir uns oft nur ausmalen.

 

Wir wollen mit diesem Projekt also ein Zeichen setzen, ein Zeichen dafür, dass man sich nicht schämen muss, in Psychotherapie zu sein und sich Hilfe zu holen.

Setzt auch ihr ein Zeichen und solidarisiert euch im Rahmen dieses Projektes: Teilt ein Foto von euch mit einer ganz persönlichen Botschaft. Vielleicht könnt ihr anderen Personen dadurch Mut machen, ebenfalls offener damit umzugehen. Und wenn ihr die Idee gut findet, teilt diesen Artikel oder den Link!

 

Wir würden uns sehr freuen und hoffen, dass wir damit einen kleinen Teil zur Besserung der aktuellen Situation beitragen können.

 

PS: Für Anregungen, Anmerkungen, Fragen und Kritik steht euch Julius als Projektleiter jederzeit und gerne per Mail zur Verfügung.

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Master-Student der 'Klinischen Psychologie und Psychotherapie' an der TU Dresden und besonders (forschungs)interessiert an der Klinischen Psychologie und den Neurowissenschaften, aber stets für alles zu haben :-)