Psychologie interdisziplinär: Phine (Informatik)

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Psychologie und …

Informatik

Praktikum

 

[highlight style=“platinum“]Es erzählt:[/highlight]

[highlight style=“platinum“]Phine studiert Psychologie im 1. Mastersemester. Informatik war und ist im Bachelor und Master ihr Ergänzungsfach. Sie belegt aus Interesse viele Zusatzmodule in der Informatik und beschäftigt sich mehr damit, auch wenn sie eigentlich Psychologie studiert.[/highlight]

 

[highlight style=“platinum“]Welchen Disziplinen außer der Psychologie ordnest du dich zu? (D. h. welche Fächer studierst du bzw. in welchem Schnittbereich bist du beruflich tätig?) [/highlight]

Ich habe im Bachelor als Ergänzungsfach Informatik gewählt und in diesem Rahmen „Grundlagen der Algorithmik“ und „Strukturiertes Programmieren“ gehört. Mir hat das viel Spaß gemacht und ich finde Informatik sehr spannend. Deshalb habe ich freiwillig noch „Diskrete Strukturen“ belegt. Im Master jetzt habe ich „Datenbanken“ gehört sowie „Lineare Algebra“ belegt. Die mathematischen Module der Informatiker sind „einfacher“ als die der echten Mathematikstudenten. Wer nur ein bisschen seinen mathematischen Horizont erweitern möchte, für den lohnt es sich, Mathemodule der Informatiker zu belegen. Außerdem habe ich noch „Big Data“ gehört, jedoch nicht belegt.

 

[highlight style=“platinum“]Was hat dich in die Interdisziplinarität geführt? (Wie bist du auf dein zweites Studienfach gestoßen, was hat dein Interesse an der Schnittstelle geweckt etc.? Welches Fach war zuerst da? Wie bist du dann auf das zweite gestoßen?) [/highlight]

1. Ich mochte gerne Statistik in der Psychologie und so habe ich auch Programm R kennengelernt und mich damit befasst. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie wenig ich sowohl von den mathematischen Hintergründen der Statistik verstehe als auch von Programmiersprachen und der IT an sich. Ich wollte beginnen, diese Wissenslücken zu schließen.

2. Ach ja, und ich bin damals sehr in einen schüchternen Informatiker verliebt gewesen. Das hat mir vorübergehend viel Antrieb gegeben.

 

[highlight style=“platinum“]Worin siehst du große Unterschiede zwischen den Denk-, Arbeitsweisen der beiden Disziplinen?[/highlight]

Ich liebe das Formal-logische der Informatik und der Mathematik. Menschen dagegen handeln oft irrational und unvorhersehbar. Zwar versucht die Psychologie sich dem Menschen empirisch-wissenschaftlich zu nähern, jedoch bleiben meines Erachtens viele Forschungsbefunde vage: Die eine Studie hat dieses ergeben, die andere jedoch das … Das mag ich nicht. Ich möchte wissen, wie genau etwas funktioniert und warum etwas so und so ist.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du den Eindruck, seit Beginn des Studiums des zweiten Fachs von der Interdisziplinarität profitiert zu haben? Inwiefern?[/highlight]

Naja, zumindest habe ich meine anfängliche Hemmschwelle vor der Mathematik etwas verloren, sodass ich mir nun eher vorstellen könnte, tatsächlich Statistiker* zu werden. Zudem habe ich scheinbar mehr Freunde, die Informatik studieren als Psychologie. Und auch mit den Dozenten der Informatik hatte ich bisher persönlicheren Kontakt.

Die Informatik zeigt mir außerdem auch eine andere Herangehensweise bzgl. der Informationsgewinnung aus Daten. Zum Beispiel wie man mit riesigen Datenmengen umgehen kann. Das könnte auch für Psychologen interessant sein, wenn sie z.B. die ganzen Daten aus sozialen Netzwerken analysieren wollen.

 

*Ach ja, als Versuch, der Genderdebatte gerecht zu werden, verwende ich stets die grammatikalisch männliche Form. Man möge einfach die Assoziation zwischen dem grammatikalischen Genus und dem genetischen oder biologischen Geschlecht kappen.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du eine Vorstellung, was du mit deiner Fächer-Kombination nach Studienabschluss machen kannst oder einen konkreten Wunsch/Plan?[/highlight]

Ich würde sehr gern informatisch tätig sein. Ich habe jedoch noch keine konkreten Pläne.

 

[highlight style=“platinum“]Würdest du ein Zwei-Fächer-Studium weiterempfehlen? Was rätst du anderen Psychologie-Studierenden, die sich ebenfalls für deine „Zweitdisziplin“ interessieren?[/highlight]

Ich finde, Informatik bietet sich für Psychologen an. In jedem Falle kann ich es weiterempfehlen. Egal, ob man etwas über Datenbanken erfährt, Programmiersprachen oder sogar Mathematik. Es wird einem Psychologen, der wissenschaftlich arbeiten möchte, evt. später Experimente programmiert und über profunde statistische Kenntnisse verfügen möchte, nützen.

Die Informatik bietet zudem Module über Maschinelles Lernen, Big Data usw. Alles Dinge, die in Hinsicht auf Datenanalyse hilfreich sein könnten.

Wer sich für Informatik entscheidet, sollte schon eine gewisse Hartnäckigkeit mitbringen. Mir ist es nicht soo leicht gefallen. Ich habe schon einige Zeit in die ganzen Übungsserien investieren müssen.

UND: in der Schule war ich in Mathe nur mittelmäßig und jetzt hab ich dennoch hinreichend viel verstanden. Das sollte euch nicht abschrecken.

Wer neben einem vollständigen Psychologiestudium ein vollständiges Informatikstudium absolvieren möchte, der sollte aber dann mehr Zeit fürs Studium insgesamt einplanen. Ich bin wie gesagt durch die Wahl meiner Ergänzungsfächer auf die Informatik gestoßen.

 

[highlight style=“platinum“]Möchtest du noch etwas hinzufügen?[/highlight]

Querdenken und euch nicht auf die Psychologie festnageln! Folgt einfach euren Interessen.

Ich habe entschieden, lieber schlechte Noten in Psychologiefächern zu schreiben, die mich nicht interessieren, als ein Modul, das mich interessiert, nicht zu belegen.

 

Vielen Dank für das Interview!