Psychologie interdisziplinär: Lea (Lehramt)

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Psychologie und …

Lehramt

Praktikum

 

[highlight style=“platinum“]Es erzählt:[/highlight]

lea fuhs

[highlight style=“platinum“]Lea ist 26 und studiert Psychologie im 2. Mastersemester an der Universität Trier. Sie hat vor dem Masterstudium teilweise parallel ein Lehramtsstudium geführt (Englisch & Philosophie auf Bachelor). (Facebook: Lea Fuhs)[/highlight]

 

[highlight style=“platinum“]Welchen Disziplinen außer der Psychologie ordnest du dich zu? (D. h. welche Fächer studierst du bzw. in welchem Schnittbereich bist du beruflich tätig?) [/highlight]

Abschluss: Bachelor of Education in den Fächern Anglistik, Philosophie, Bildungswissenschaften, seit 2013; ich war ein Jahr lang arbeiten beim DRK, zwischen Bachelor und Master, also 2014-2015, und jetzt gerade bin ich im Master Psychologie.

 

[highlight style=“platinum“]Was hat dich in die Interdisziplinarität geführt? (Wie bist du auf dein zweites Studienfach gestoßen, was hat dein Interesse an der Schnittstelle geweckt etc.? Welches Fach war zuerst da? Wie bist du dann auf das zweite gestoßen?) [/highlight]

Durch Interesse am Fach, privat Bücher gelesen und probeweise beworben. Das Fach selbst, Faszination, Lektüre (Zimbardo, Caby & Caby + Erlebnisse, dass Beraten Spaß macht). Englisch Lehramt, Bio Lehramt, danach im dritten Studiensemester Fachwechsel von Bio hin zu Philo, dann ab 2011 Psychologie … (etwas kompliziert, lol) … Auf Psychologie? Ich wusste, dass in Trier der NC nicht so hoch ist, und wollte es probieren. :)

 

[highlight style=“platinum“]Worin siehst du große Unterschiede zwischen den Denk-, Arbeitsweisen der beiden Disziplinen?[/highlight]

Psychologen achten sehr penibel auf Gütekriterien, sind statistisch super gebildet — Lehrämter achten stark auf Didaktik (natürlich) und haben als Vorbilder oft frühere Lehrer … Ich glaube, Lehrer planen ihren Unterricht immer, während Psychotherapeuten verschiedene Ansichten zum Thema „Plan oder nicht Plan“ haben. Wenn die beiden Berufsgruppen unterschiedlich arbeiten, dann liegt es wahrscheinlich hauptsächlich an ihren Aufgaben/dem, was sie tun, denke ich.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du den Eindruck, seit Beginn des Studiums des zweiten Fachs von der Interdisziplinarität profitiert zu haben? Inwiefern?[/highlight]

Volle Lotte. Ich kann einige Dinge aus dem Lehramt damals mitnehmen — Unterrichtsphasen, Formulierung von Lernzielen, Sozialformen, didaktische Tricks, flüssig Englisch sprechen und lesen … Aus dem Psychologiestudium nehme ich extrem viel Wissen mit, u. a. zum Thema Gedächtnissysteme, Überzeugungsmittel, Einstellungsänderung, Mittel zur Selbstreflexion, Verhaltensanalyse, Datenerhebung und -auswertung, und, und, und.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du eine Vorstellung, was du mit deiner Fächer-Kombination nach Studienabschluss machen kannst oder einen konkreten Wunsch/Plan?[/highlight]

Ich möchte in erster Linie Psychotherapeutin werden, kann mir aber auch Forschung vorstellen (Thema Therapie) und Workshop-Leitung …

 

[highlight style=“platinum“]Würdest du ein Zwei-Fächer-Studium weiterempfehlen?[/highlight]

Eigentlich eher nicht, weil das Doppel- bzw. Parallelstudium unglaublich viel Energie frisst … Wenn man es nacheinander statt parallel macht, kommt es eben darauf an, wozu man zwei Fächer studiert; bei mir war es eher Interessenswechsel hin zu Psychologie …

 

[highlight style=“platinum“]Was rätst du anderen Psychologie-Studierenden, die sich ebenfalls für deine „Zweitdisziplin“ interessieren?[/highlight]

Interesse, Offenheit, evtl. die Erwartung, dass Leute aus anderen Fächern nicht so kontaktfreudig sind, vielleicht. Mein Eindruck ist außerdem, dass in Psychologie echt viele „Kompetenzmonster“ unterwegs sind … möglicherweise auch viele Hochbegabte. Ich erlebte den Wechsel vom Lehramt in Psychologie als relativ „deutlich“; die Psychologen sind sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und im Schnitt ziemlich sachkompetent und stets gut informiert. Nachrichten im Lehramt scheinen sich normal zu verbreiten — in Psychologie geht es rund wie ein Lauffeuer und selbst kleine unauffällige Anzeigen verbreiten sich ratzfatz in der ganzen Studiengemeinde, laut meinen Erfahrungen. :D Zudem arbeiten Psychos wie selbstverständlich mit Altklausuren, und Lehrämter scheinbar eher nicht so standardmäßig …

 

[highlight style=“platinum“]Möchtest du noch etwas hinzufügen?[/highlight]

Man kann sich für oder gegen Fächer entscheiden, indem man spürt, welche Gefühle man dabei hat. Ich habe Psychologie als absolutes Traumfach entdeckt, weil es mir immer Spaß macht, fast egal, worum es geht. Ich bin glücklich und dankbar, es studieren zu dürfen.

 

Vielen Dank für das Interview!