Psychologie interdisziplinär: Maria (Rechtswissenschaft)

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Psychologie und …

Rechtswissenschaft

Praktikum

 

[highlight style=“platinum“]Welchen Disziplinen außer der Psychologie ordnest du dich zu? (D. h. welche Fächer studierst du bzw. in welchem Schnittbereich bist du beruflich tätig?) [/highlight]

Rechtswissenschaft.

 

[highlight style=“platinum“]Was hat dich in die Interdisziplinarität geführt? (Wie bist du auf dein zweites Studienfach gestoßen, was hat dein Interesse an der Schnittstelle geweckt etc.? Welches Fach war zuerst da? Wie bist du dann auf das zweite gestoßen?) [/highlight]

Ich wollte in der Schulzeit schon immer Jura studieren (Eltern sind auch Juristen, daher besonderer Bezug zum Fach), hatte dann aber eine sehr gute Abiturnote und konnte nun auch Psychologie studieren, was mir sehr interessant erschien. Nach einigen Semestern stellte ich aber fest, dass mir dieses Fach doch nicht so gut liegt, und ich beschloss, den Bachelor noch zu Ende zu bringen und dann zu meinem ursprünglichen Plan zurückzukehren.

 

[highlight style=“platinum“]Worin siehst du große Unterschiede zwischen den Denk-, Arbeitsweisen der beiden Disziplinen?[/highlight]

Psychologie ist viel stärker empirisch-naturwissenschaftlich orientiert als die Rechtswissenschaft, deren Gegenstand Gesetzestexte und deren Geltung sind. Entsprechend unterschiedlich sind vor allem die Herangehensweisen in der Forschung.

Im Psychologiestudium wird man viel mehr zu eigener Forschung ermutigt, während in der Rechtswissenschaft neue „Erkenntnisse“ fast nur von Professoren kommen und dann von den Studenten zitiert werden.

In der Psychologie wird der Mensch sehr stark als Individuum wahrgenommen, das auch mit schweren psychischen Beeinträchtigungen schätzenswert ist, während in der Rechtswissenschaft ein sehr neutraler und objektivierter Blick auf den Menschen üblich ist.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du den Eindruck, seit Beginn des Studiums des zweiten Fachs von der Interdisziplinarität profitiert zu haben? Inwiefern?[/highlight]

Zunächst habe ich sehr davon profitiert, überhaupt schon ein Studium abgeschlossen zu haben. Fertigkeiten wie Organisation, Selbstdisziplin in einer freien Lernatmosphäre, Literaturrecherche und dergleichen hatte ich schon während des ersten Studiums erlernt. In dem Grundlagenfach „Rechtssoziologie“ profitierte ich ebenfalls von meinen Erfahrungen im Bereich der empirischen Forschungsmethoden. Ansonsten konnte ich bisher keine Überlappungen feststellen.

 

[highlight style=“platinum“]Hast du eine Vorstellung, was du mit deiner Fächer-Kombination nach Studienabschluss machen kannst oder einen konkreten Wunsch/Plan?[/highlight]

Ich habe vor, mich beruflich vor allem in Richtung Jura weiterzuentwickeln, habe mir aber bereits Gedanken darüber gemacht, eventuell in die Richtung Medizin- oder Pharmarecht zu gehen, oder in der Rechtsabteilung eines technischen Unternehmens zu arbeiten. In diesen Bereichen könnte ich meiner Meinung vor allem von der naturwissenschaftlichen Orientierung des Psychologiestudiums profitieren, da dies die Kommunikation mit Kollegen aus naturwissenschaftlichen Berteichen sehr erleichtern würde.

 

[highlight style=“platinum“]Würdest du ein Zwei-Fächer-Studium weiterempfehlen? Was rätst du anderen Psychologie-Studierenden, die sich ebenfalls für deine „Zweitdisziplin“ interessieren?[/highlight]

Wegen der großen Bandbreite der möglichen „Zweitdisziplinen“ denke ich nicht, dass ich eine pauschale Empfehlung machen kann. Insgesamt erweitert ein zweites Studienfach den persönlichen Horizont (geringeres Risiko, zum „Fachidioten“ zu werden), beansprucht aber zusätzlich Zeit und Geld.

 

[highlight style=“platinum“]Möchtest du noch etwas hinzufügen?[/highlight]

Bei mir hat sich die Interdisziplinarität im Grunde nur dadurch ergeben, dass ich mich mit Psychologie für das falsche Studienfach entschieden habe. Ich habe von diesem ersten Studium vor allem persönlich sehr profitiert, habe mich aber jetzt fast vollständig der Rechtswissenschaft zugewandt und weiß deshalb nicht, ob man mich als wirklich „interdisziplinär“ bezeichnen kann.

 

Vielen Dank für das Interview!