TeaP 2017 – Dresden ist bunt

Ein kurzer Bericht, ob sich der Besuch lohnt

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Die TeaP — Tagung experimentell arbeitender PsychologInnen — findet jährlich im Frühjahr statt. Dort treffen sich, wie der Titel schon sagt, vor allem die, die experimentell arbeiten. Wer qualitative Daten erwartet, ist hier also falsch. Im Folgenden sagen wir euch, ob sich ein Besuch auf der TeaP lohnen kann.

Praktikum

Was zu Beginn vielleicht sofort klar gestellt werden sollte: Es handelt sich zwar um einen deutschen Kongress, die Beiträge sind aber ausschließlich auf Englisch und dies ist auch die vorherrschende Sprache. Die TeaP richtet sich nämlich inzwischen nicht mehr nur an nationale, sondern auch an internationale ForscherInnen. Ja und nein, falls jetzt die Frage aufkommt, ob das tatsächlich notwendig ist. Es lässt sich aber festhalten, dass tatsächlich einige anwesend waren, die kein Deutsch sprechen.

Zwinger - TeaP

Empfang im Französischen Pavilion im Zwinger in Dresden.

Der Kongress startete imposant am Sonntag im Zwinger. Bei ein paar Getränken (zwei waren kostenlos) und ein paar Häppchen konnte man sich anmelden und in Kontakt mit anderen kommen. Wer aber Interesse an dem Pre-Konferenz-Workshop (Bayesian approaches to data analysis and cognitive modeling) hatte, für den startete die TeaP schon am Samstagmittag.

Dabei hat der Workshop nicht nur den Vorteil, Kenntnisse zu erweiteren, sondern auch, schnell viele andere Menschen kennen zu lernen. Der perfekte Einstieg also, sollte man alleine zum Kongress fahren. Leider lässt sich nicht sagen, wie die Pre-Konferenz-Workshops grundsätzlich sind, da dies der erste seiner Art war. Der diesjährige Bayes-Workshop war aber super und ich kann ihn nur empfehlen. Neben einem guten Einstieg in die bayesianische Statstik und die Modellierung wurde für ausreichend Getränke und Essen gesorgt (TeilnehmerInnen mussten einen Unkostenbeitrag von entweder 40€  Mitglieder der Fachgruppe Allgemeine Psychologie des DGPs  oder 60€  alle anderen  zahlen).

Was lässt sich über die TeaP selbst sagen?

Schön ist, dass die TeaP nicht „überbläht“ ist. Es gibt einerseits viele Vorträge und Poster-Sessions zur Auswahl, andererseits hat man aber dann doch das Gefühl, immer wieder die gleichen Gesichter zu sehen. Außerdem war sie sehr gut organisiert und voll mit interessanten Beiträgen. Vor allem, wer in den Bereichen „Working Memory“ und „Decision Making“ arbeitet, hatte dieses Jahr sehr viel zur Auswahl, aber nichtsdestotrotz dürfte für alle experimierenden PsychologInnen etwas dabei gewesen sein.

Die Verpflegung

Unerwarteter Weise war das Mittagessen in der „Alte(n) Mensa“ gut bis sehr gut, was das Preis-Leistungs-Verhältnis und den Geschmack angeht. Auch die Verpflegung zwischen den Sessions war gut. Der Kaffee ging nie aus! ;)

Die Keynotes

Eingeladen waren Klaus Oberauer, Tania Singer und Patrick Haggard. Drei nicht gerade unbekannte Größen. Sie brachten spannede Vorträge, die einen eher groben Einblick in ihre Forschung lieferten. Müsste ich die Vorträge bewerten, würde ich sagen, sie waren alle gut bis sehr gut.

Konferenz-Party - TeaP
Konferenz-Party

 Das Abendprogramm

„Ich habe auf der TeaP noch nie geschlafen“, so der Kommentar einer Psychologin, die ich kennengelernt habe. Natürlich überspitzt, aber nahe an der Realität. Es gibt keinen Abend, an dem es keine Möglichkeit gab, sich zu treffen. Entweder auf dem abendlichen Empfang, der Konferenz-Party oder einfach zu einem gemeinsamen Essen. Das macht nicht nur Spaß, sondern sorgt eben auch für wenig Schlaf.

Fazit

Die TeaP ist bunt, gut gemischt, nicht zu groß und von den TeilnehmernInnen her doch eher jung als alt. Wer also nicht nur andere ForscherInnen, sondern auch Kontakt zu PhD-KollegInnen sucht, ist hier genau richtig. Eine klare Empfehlung also meinerseits, die TeaP im nächsten Jahr zu besuchen!

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Inhalt
Organisation
Essen/ Verpflegung
Kosten
Location
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im Doktorat Psychologie an der UniBW M und ist Vorsitzender von PsyStudents e.V. Kontakt: maximilian.stefani@psystudents.org